Premiere: Österreich übernahm Kommando
über EU-Truppen im Norden Bosniens
- Bundesheer führt erstmals internationale Brigade an
- Österreich wird 300 Mann starke Gruppe 1 Jahr leiten
Ein kleiner Moment für die europäische Friedensmission in Bosnien-Herzegowina und ein großer für das österreichische Kontingen: Brigadier Karl Pronhagl übernahm von Finnland das Kommando über eine der drei Task Forces der EU-Truppen EUFOR in Bosnien. Damit steht erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik eine internationale Brigade unter österreichischer Führung.
Pronhagl wird die rund 1.650 Soldaten aus 13 Nationen, davon 300 Österreicher, die nächsten sechs Monate leiten. Insgesamt wird die Task Force ein Jahr lang unter österreichischer Führung stehen. Die multinationale Truppe ist für ein Gebiet von rund 15.000 Quadratkilometern zuständig. Die 1,5 Millionen Menschen zählende Bevölkerung setzt sich großteils aus Bosniaken (Moslems) und Serben zusammen.
Österreich sende mit seiner Teilnahme an dieser Mission eine "klare Botschaft", sagte Verteidigungsminister Platter bei der Kommando-Übergabe in Tuzla. Die Sicherstellung des Friedens in Europa sei auch eine Aufgabe Österreichs. "Auch wir haben einen Beitrag zu leisten und können das nicht nur vom Liegestuhl aus beobachten", so Platter. "Wir können nur sicher sein, wenn wir ein stabiles Umfeld haben."
Die Kosten für die Bosnien-Mission bezifferte Platter mit 11 Millionen Euro jährlich, mit der Kommandoübernahme kommen demnach im nächsten Jahr 2,5 Millionen hinzu. Ein Teil werde von der EU abgedeckt, wie groß dieser ist, sei aber noch nicht klar, so Platter. Der Kosovo-Einsatz kostet Österreich 27 Millionen Euro.
(apa)
