Samstag, 26. November 2005

Jagdunfall im Lungau: Eine Person beim Säubern des Gewehres schwer verletzt

Bei einem Jagunfall in der Lungauer Gemeinde Lessach wurde heute, Samstag, am Nachmittag ein Mann durch einen Schuss im Brustbereich vermutlich schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei dürfte sich der Zwischenfall im unwegsamen Gelände zwischen "Kasergraben" und "Kasereck" ereignet haben.

Ein Jagdgefährte des Verletzten hatte das Rote Kreuz von dem Vorfall informiert. Vier Polizisten der alpinen Einsatzgruppe machten sich zusammen mit Lungauer Bergrettungsleuten zur Unfallstelle auf. "Der Aufstieg dauert etwa eine Stunde", meinte ein Mitglied der Bergrettung. Sanitäter des Roten Kreuzes und ein Notarzt standen ebenfalls im Einsatz.

Der Unfall hatte sich beim Abstieg auf rund 1.650 Meter Seehöhe im Kasergraben ereignet. Die beiden Jäger wollten mit ihren Handys zu Hause Bescheid sagen, dass sie wegen der heftigen Schneefälle umkehren. Einer der beiden, ein 27-jähriger Tischler aus Bad Vigaun (Tennengau), steckte sein Gewehr in den Schnee. "Als er sich dann darüber beugte, um den Abzug vom Schnee zu säubern, löste sich ein Schuss," erläuterte am Samstagabend der Leiter der alpinen Einsatzgruppe der Polizei, Wilhelm Huber.

Die Kugel durchbohrte die Schulter des Jägers. "Es war ein blöder Unglücksfall", so der Polizist. Weil der 27-Jährige kurz zuvor eine Gams gesehen hatte, war das Gewehr nicht gesichert.

Der zweite Jäger, ein 48-jähriger Mann aus der Stadt Salzburg, der die Jagd gepachtet hatte, alarmierte sofort das Rote Kreuz. Der Aufstieg der vier Alpinpolizisten und elf Bergrettungsleute zur Waldgrenze dauerte eine Stunde und war wegen des starken Schneefalls und des 15 Zentimeter tiefen Neuschnees sehr beschwerlich.

Zwei Bergrettungsärzte versorgten die Wunde des Verletzten. "Er war ansprechbar und stabil", sagte Huber. Der Tischler wurde in eine Vakuum-Matratze verpackt und auf einer Kurztrage ins Lessachtal und dann ins das Krankenhaus nach Tamsweg gebracht.
(apa)

26.11.2005 22:29