Samstag, 26. November 2005

Wieder heftige Schneefälle in Kärnten: Unfälle und Verkehrs-Chaos nach dem Wintereinbruch

  • Schnee-Chaos forderte indirekt drei Todesopfer
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Wie schon am vergangenen Wochenende ist es auch in der Nacht auf heute in Kärnten wegen der andauernden heftigen Schneefälle zu teils chaotischen Zuständen gekommen. Nachdem im Raum Villach die Südautobahn zeitweise in beiden Richtungen gesperrt werden musste, folgte auch die Sperre mehrerer Bundesstraßen. In Klagenfurt wurde der Busverkehr eingestellt. Nachdem in den vergangenen Tagen bis zu einem Meter Neuschnee gefallen war, hat sich die Lage wieder entspannt.

Da die Schneeräumungskräfte hoffnungslos überfordert waren, kam es immer wieder zu Verkehrsunfällen, wobei sowohl Lkw als auch Pkw in Rutschen gerieten und danach hängen blieben. Verletzte waren vorerst nicht zu beklagen.

Wegen quer gestellter Lkw musste die Bundesstraße im Bereich von Fürnitz (Bezirk Villach-Land), die als Ausweichroute für die unbefahrbare Autobahn diente, ebenfalls gesperrt werden. Pkw wurden örtlich umgeleitet, Lkw mussten die Dauer der Sperre abwarten. Auch im Gailtal gab es zeitweise auf der Bundesstraße kein Weiterkommen. Wartezeiten mussten auch vor dem Katschberg auf der Tauernautobahn in Kauf genommen werden.

Für alle höher gelegenen Straßenverbindungen galt ab dem Abend, und zwar insbesondere für Schwerfahrzeuge, das Motto: Kein Weiterkommen ohne Ketten. Kettenpflicht für alle Fahrzeuge wurde für den Wurzenpass, den Katschberg, den Loiblpass und den Kreuzberg verhängt. Allerdings zeigte sich auch diesmal wieder, dass viele Lkw, vor allem aus dem Osten, für den Winter unzureichend ausgerüstet waren.

In der Landeshauptstadt mussten viele Nachtschwärmer zu Fuß den Heimweg antreten, da die Busse nicht mehr fuhren und auch nur schwer Taxis zu bekommen waren. Die Autobusse seien nämlich immer wieder seitlich weggerutscht, da sich unter dem Neuschnee Eis gebildet habe, begründete ein Sprecher der Stadtwerke die Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs.

Drei Tote bei Schneefällen
Die neuerlichen heftigen Schneefälle haben in Kärnten indirekt drei Menschenleben gefordert: Zwei Pensionisten erlitten beim Schneeschaufeln einen Herzinfarkt, ein dritter starb nach einem leichten Unfall ebenfalls an Herzversagen. Auf den Kärntner Straßen herrscht weitgehend wieder Normalität.

Beim Schneeschaufeln sind laut Polizeiangaben ein 72-jähriger Mann im Hof seines Anwesens in Ebenthal bei Klagenfurt und eine 81 Jahre alte Frau in Köttmannsdorf im Bezirk Klagenfurt-Land aus dem Leben geschieden. Ein 77 Jahre alter Glasermeister aus Velden fuhr mit seinem Pkw auf der Köstenberger Landesstraße in einen Schneehaufen. Er erlitt dabei laut ersten Untersuchungen ebenfalls einen Herzstillstand und starb noch an der Unfallstelle.
(apa/red)

26.11.2005 08:43