Freitag, 25. November 2005

Österreichs Weihnachtswünsche: Haustiere und Krawatten sollten nicht unter den Baum!

  • Selbstgebasteltes, Gutscheine und Geld sind der Hit
  • Ideales Fest: Harmonie, Zeit für Familie, Entspannung

Haustiere sollte man zu Weihnachten eher nicht verschenken, und auch die Krawatte ist offenbar nicht jedem willkommen. Mit Selbstgebasteltem, Gutscheinen oder Pflegeprodukten unterm Christbaum liegt man beim Schenken schon eher richtig. Dies geht aus einer market-Umfrage zu den Weihnachtswünschen der Österreicher hervor, die am Freitag in Wien präsentiert wurde. Beim Weihnachtsfest selber steht Besinnliches ganz oben auf der Wunschliste: Harmonie, Zeit für Kinder und Familie und eine entspannte Atmosphäre wünschen sich mehr als 80 Prozent der Befragten.

Die Hitliste der unbeliebtesten Weihnachtsgeschenke wird von Haustieren angeführt, die bei 60 Prozent der Befragten auf Ablehnung stoßen. Krawatten wollen 53 Prozent der Befragten nicht, und Geschenke, die man ohnehin letztes Jahr schon bekommen hat, sind bei 51 Prozent unbeliebt. Aber auch Geschirr, Haushaltsgeräte und Handyzubehör werden von jeweils rund 40 Prozent als unpassende Weihnachtsgeschenke abgelehnt. Und ein zusätzliches Handy wollen 38 Prozent nicht in einem Packerl finden - vor allem ältere Personen können mit solchen Gaben wenig anfangen.

Selbstgebasteltes wird hingegen nur von 10 Prozent abgelehnt, auch über Gutscheine (12 Prozent Ablehnung) und Körperpflegeprodukte (15 Prozent Ablehnung) freuen sich offenbar fast alle. Schmuck, Geld und Parfüm zählen mit je 18 Prozent Ablehnung auch zu den beliebtesten Geschenken, wobei Schmuck und Parfüm eher von Frauen als von Männern erwünscht wird.

Männer sind Geschenke wichtiger
Zum "idealen Weihnachtsfest" gehören jedoch nur für ein Drittel der Befragten die "richtigen Geschenke", wobei Männer hier mit 35 Prozent etwas materialistischer als Frauen mit 30 Prozent eingestellt sind. Ganz oben auf der Wunschliste stehen Harmonie, kein Streit, Zeit für Kinder bzw. die Familie, Ruhe und Entspannung sowie Besinnlichkeit. Weihnachten als Zeit für persönliche Gespräche wünschen sich 69 Prozent, wobei hier die ältere Generation einen ausgeprägteren Kommunikationswunsch hat: Ab 60 Jahren wollen 81 Prozent die Weihnachtszeit dafür nützen, während dies bei den 18- bis 29-Jährigen nur von 53 Prozent als Wunsch genannt wird.

Verpatzt wird Weihnachten für zwei Drittel durch Streit in der Familie und schlechte Laune. Auch ein Getrenntsein vom Partner würde jedem Zweiten das Fest verderben. Stress beim Einkaufen, Regenwetter und zu wenig Zeit zum Genießen der Feiertage sind ebenfalls unerwünscht. Der Besuch der Weihnachtsmesse gehört für 45 Prozent auf jeden Fall dazu, und immerhin bei jedem Zweiten ist die Weihnachtszeit ein Anlass an jene Menschen zu denken, denen es nicht so gut geht wie einem selbst - wobei Frauen mit 56 Prozent wesentlich sozialer empfinden als Männer mit 47 Prozent.

Weihnachten als "emotionaler Höhepunkt"
Peter Zellmann, Leiter des Ludwig Boltzmann-Institutes für Freizeit- und Tourismusforschung, interpretiert das Ergebnis so: "Weihnachten ist der emotionale Höhepunkt des Jahres. Nur die Vorfreude auf den Urlaub kommt dieser Erwartungshaltung nahe." Es überrasche daher nicht, dass beim idealen Wunschbild des Weihnachtsfestes die Sehnsucht nach Harmonie und mehr Zeit für die Familie an erster Stelle steht. Das entspreche auch dem tief greifenden Wertewandel, in dem sich die Gesellschaft derzeit befinde: Hin zu mehr Zeitsouveränität. Freie Zeit führt demnach zu mehr Lebensqualität.

Die market-Umfrage wurde vom 1. bis 17. November durchgeführt. 1.200 repräsentativ ausgewählte Personen wurden befragt, die maximale Schwankungsbreite liegt bei plus/minus 2,9 Prozent.

(apa)

25.11.2005 13:39