Tritte, Prügel und Einsperren im Keller: Zehnjährige zwei Jahre lang misshandelt
- Prozess in Kärnten: Fünf Monate bedingt für Mutter
- Kind durch harte Strafen psychisch unterentwickelt
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Schreien seiner Tochter hat ihn ausrasten lassen
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Tritte, Prügel und Einsperren im Keller: Mindestens zwei Jahre lang soll ein Klagenfurter Paar ihre mittlerweile zehnjährige Tochter auf brutale Art bestraft haben. Am Donnerstag wurde die 37-jährige Mutter am Landesgericht Klagenfurt wegen Quälens und Vernachlässigens Unmündiger zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt, der Stiefvater erschien nicht zur Verhandlung. Die Frau nahm das Urteil an.
"Ich fühle mich schon schuldig", meinte die Frau zu den Vorwürfen von Staatsanwältin Eva Pachernigg. Demnach ist die Tochter der Klagenfurterin nicht nur einmal unsanft behandelt worden. Von 2003 bis 2005 reicht die Chronologie der Qualen, denen das Mädchen ausgesetzt war. So hatte die Mutter ihre Tochter in einem Kellerabteil eingesperrt und das Licht ausgeschaltet. "Ich weiß nicht mehr, warum ich das getan habe", sagte die Angeklagte aus, die mehrmals während der Verhandlung in Tränen ausbrach.
Für den Großteil des Martyriums soll aber der Lebensgefährte der Frau - vor drei Wochen hat sich das Paar getrennt - verantwortlich sein. Ihm wirft die Anklage vor, einmal mit einen Holzstab aus dem Gitterbett auf seine Stieftochter eingeprügelt zu haben. Schläge seien an der Tagesordnung gewesen, auch Spielzeug wurde zerstört, und zwar als Bestrafungsmaßnahme.
"Er ist sehr jähzornig", schilderte die Frau den Charakter ihres Ex-Partners, sie selbst habe immer wieder Angst vor ihm gehabt. So soll er seiner Stieftochter einen Plastiksessel nachgeworfen haben, was Kopfverletzungen bei dem Mädchen nach sich zog. Nach einer Untersuchung durch die Schulärztin wurde schließlich das Jugendamt verständigt. Zu diesem Zeitpunkt litt das Opfer bereits an einer sprachlichen Unterentwicklung, auch Minderwertigkeitskomplexe und Ängste kämen hinzu, erklärte die sachverständige Psychologin. Aufzuholen sei dieser Rückschritt nur mehr teilweise.
Das Mädchen wird derzeit in einem Heim betreut, dort würde es nun keine Angst mehr vor Bestrafung haben, hielt Richter Manfred Herrnhofer der Mutter vor. Sie darf die Zehnjährige nur noch am Wochenende besuchen. Trotzdem zeigte der Richter teilweise Verständnis für die Beschuldigte: Er wies darauf hin, dass die Frau in ihrer Kindheit selbst unter Gewalt in ihrer Familie gelitten habe.(apa/red)
