Donnerstag, 24. November 2005

Invaliditätspensionen nehmen zu: Pensions- antrittsalter 2004 ist deutlich gesunken!

  • Aber: Antrittsalter bei Alterspension gestiegen
  • Haubner gegen Verschärfung bei Invaliditätsrente

Das Pensionszugangsalter ist im Vorjahr erstmals wieder deutlich zurückgegangen, die Österreicher sind also im Durchschnitt wieder früher in Pension gegangen. Bis 2003 hatte es seit den Pensionsreformen ab 2000 eine Steigerung des Pensionsantrittsalters von 57,7 Jahren auf zuletzt 58,2 Jahre gegeben, 2004 wurde dann ein doch klarer Rückgang auf 57,7 Jahre und damit auf den Stand von 2000 verzeichnet. Ausschlaggebend für das Absacken des Pensionszutritts sind laut Hauptverband der Sozialversicherungsträger die gestiegene Inanspruchnahme der Invaliditätspension.

Denn sieht man sich nur die Alterspensionen an, dann wurde auch 2004 wieder ein Anstieg des Zugangsalters verzeichnet. Insgesamt von 60,5 auf 60,7 Jahre, bei den Männern von 62,7 auf 62,8 Jahre und bei den Frauen von 59,0 auf 59,2 Jahre. Sieht man sich das Antrittsalter bei den Invaliditätspensionen an, hat es sich - Männer und Frauen zusammen - mit 53,4 Jahren zwar gegenüber 2003 nicht verändert, doch ist die absolute Zahl der Invalididätspensionen so deutlich gestiegen, dass damit das Gesamtzutrittsalter um ein halbes Jahr gedrückt wurde - von 58,2 auf 57,7 Jahre.

So hatte es 1999 nur 15.610 Neuzugänge bei den Invalididätspensionen gegeben. Bis 2004 gab es eine mehr als Verdoppelung dieser Zahl auf 33.694. Wobei der große Sprung bei dieser Pensionsart von 2003 auf 2004 passierte - von 22.572 auf nunmehr 33.694. Im laufenden Jahr dürfte ein weiterer Anstieg bei den Invalididätspensionen zu erwarten sein.

Haubner: "Nein auf keinen Fall"
Sozialministerin Ursula Haubner (B) lehnt einen verschärften Zugang zu den Invaliditätspensionen entscheiden ab. Aufgrund eines steigenden Andrangs zu diesen Pensionsarten ist zuletzt trotz der Pensionsreformen das faktische Pensionsantrittsalter wieder gesunken.

In einer Pressekonferenz sagte Haubner am Donnerstag auf die Frage, ob sie nun an eine Einschränkung des Zugangs zu den Invaliditätspensionen denke: "Nein, auf keinen Fall." Es müsse gewährleistet bleiben, dass Kranke und Invalide auch weiterhin vorzeitig in Pension gehen können.

Die Sozialministerin zeigte sich aber zuversichtlich, dass das faktische Pensionsantrittsalter trotzdem dank der von der Regierung durchgeführten Pensionsreformen wieder ansteigen werde. Die getroffenen Maßnahmen würden sich demnächst auch in den Zahlen niederschlagen. Nächstes Jahr "werden die Zahlen schon klarer sein", sagte Haubner.

(apa)

24.11.2005 12:14