Mittwoch, 23. November 2005

Vogelgrippe lässt Österreicher kalt: Fast
90 % leben ohne Angst vor einer Erkrankung

  • Umfrage: Nur 3 % essen kein Hühnerfleisch mehr
  • ABSTIMMEN: Sorgen Sie mit Medikamenten vor?

89 Prozent der Österreicher haben keine Angst vor der Vogelgrippe und fürchten auch nicht, womöglich daran zu erkranken. Zehn Prozent fürchten sich und sind beunruhigt. Das ergab eine aktuelle Befragung des Marktforschungsunternehmens Markant Market Research unter 1.000 Österreichern.

84 Prozent der Österreicher haben demnach keine Maßnahmen gegen eine Erkrankung auf Grund einer möglichen Mutation des Virus gesetzt.

Sechs Prozent ließen sich hingegen gegen Grippe impfen, vier Prozent haben Medikamente besorgt, die möglicherweise das Virus bekämpfen sollen, jeweils drei Prozent essen kein Hühnerfleisch mehr und vermeiden Kontakt mit Vögeln.

Fernreisen im Winter: Angst vor Vogelgrippe überflüssig
Bei Temperaturen unter Null Grad taucht bei vielen Österreichern wieder die Sehnsucht nach wärmenden Sonnenstrahlen auf. Bei Fernreisen liegen in diesem Winter Asien und die Karibik im Trend.

"Wäre ich ein Hendl, würde ich mich fürchten", meinte Universitätsprofessor Herwig Kollaritsch über die Angst der Vogelgrippe. "Es ist ein rein veterinärmedizinisches Problem - noch." Es gebe aber keine Anzeigen, dass eine für den Menschen bösartige Variante des Virus entsteht. Der Tropenmediziner sieht jede Reisebeschränkung wegen Ansteckungsgefahr mit "Geflügelpest" als "groben Unfug" und warnt vor einer übertriebenen Hysterie: "In Wien hat ein Pensionist seinen Wellensittich erschossen, weil der 'so komisch geschaut' hat" - so weit solle es nicht kommen, meinte Kollaritsch.

Auf Fernreisen sei die Mitnahme des Grippemittels Tamiflu auch für ausgeprägte Pessimisten überflüssig. "Die WHO erklärte in einer Stellungnahme Anfang November ausdrücklich, dass die Vogelgrippe keinerlei Vorsichtsmaßnahmen bei Reisenden nötig mache", sagte der Tropenexperte, denn Besuche auf Geflügelfarmen würden ja nicht auf dem Programm von Urlaubern stehen.

(apa/red)

23.11.2005 07:41