Rat von Alt-Kanzler Vranitzky: SPÖ soll
vor Wahl nicht über Koalitionen spekulieren
- "Lieber sagen, was man durchsetzen will"
- Verspürt aber Tendenz zu Großer Koalition
·Österreicher stehen auf die Große Koalition
Für 54% noch immer die beliebteste Regierung
·Wiener Grün-Chefin greift in Partei durch
"Es gibt nur eine Chefin, und die heißt Vassilakou"
·Gusenbauer warnt
vor Schwarz-Blau Neu
SP-Chef: ÖVP schreckt vor Strache nicht zurück
Der frühere Bundeskanzler und SPÖ-Vorsitzende Franz Vranitzky hat am Dienstagabend seiner Partei empfohlen, nicht über mögliche Koalition nach der nächsten Wahl zu reden. Im Fernseh-"Report" sagte Vranitzky, er würde der SPÖ raten, vor der Wahl nicht über Koalitionen zu spekulieren. Es sei ein bewährtes Rezept zu sagen, was man durchsetzen wolle. Wer seine Koalitionspräferenz im Wahlkampf äußere, komme in die Gefahr, für sich und eine andere Partei zu werben.
Gleichzeitig gestand Vranitzky aber zu, dass er in vielen Gesprächen eine Tendenz zu einer Großen Koalition spüre. Das sei aber keine Überraschung angesichts der "Kapriolen" von Schwarz-Blau bzw. -Orange. Jedenfalls verspüre er die Hoffnung nach einer Regierung, die es besser verstehe, Aufgaben zu lösen und den Bürgern Vertrauen zu geben. Die Große Koalition, die er angeführt habe, sei jedenfalls "nicht so schlecht" gewesen, betonte Vranitzky. Und zum Vorwurf der Packelei und des Stillstandes hielt er fest, dass 1984 der Proporz gesetzlich abgeschafft worden sei.(apa)
