Dienstag, 22. November 2005

Letzter Vorhang für "Elisabeth": Wien
nimmt Abschied vom Musical-Welterfolg

  • Aus nach 1.751 Aufführungen im Theater an der Wien
  • Vom "Kaiserinnen-Schmarrn" zur lebenden Legende

"'Elisabeth' ist einfach nur ein Wunder", sagt Hauptdarstellerin Maya Hakvoort und hat dabei ein lachendes und ein weinendes Auge. Im November stand sie noch zum 950. Mal als Kaiserin auf der Bühne. Jetzt heißt es aber endgültig Abschied nehmen von "Elisabeth" und gleichzeitig vom Theater an der Wien als Musical-Bühne. Denn heute fällt der letzte Vorhang für diese deutschsprachige Musicalproduktion, die sich in den 13 Jahren seit ihrer Uraufführung am 3. September 1992 einen fixen Platz in der Geschichte des Musicals erobert hat.

Mindestens drei Abschiedsvorstellungen wären eigentlich nötig, heißt es inoffiziell. So viel ist bis jetzt an die Öffentlichkeit gedrungen: Geplant ist ein "Mega-Event" mit nationalen wie internationalen Stars, den Autoren, dem Kreativteam und selbstverständlich den Darstellern - Zutritt nur mit persönlicher Einladung.

Mehr als sechs Millionen Zuseher haben laut Pressebüro der Vereinigten Bühnen "Elisabeth" bis jetzt weltweit gesehen: Acht Länder (Deutschland, Finnland, Holland, Italien, Japan, Schweden, Ungarn, Österreich), zehn verschiedene Orte und 13 verschiedene Produktionen. In Summe: An die 3.000 Vorstellungen im Ausland und exakt 1.751 Vorstellungen in Wien.

Zurzeit läuft Elisabeth in zwei Theatern in Japan, weiters in Stuttgart, in Budapest, und im kommenden Jahr ist eine Produktion bei den Thurner Seefestspielen in der Schweiz geplant. Fortsetzung garantiert.

Vom "Kaiserinnen-Schmarrn" zur Legende
Dabei stieß das zweite gemeinsame Bühnenwerk von Texter Michael Kunze und Komponist Silvester Levay 1992 bei den Kritikern auf wenig Anerkennung: "Kaiserinnen-Schmarrn" titelte etwa die "Die Presse", und dem "Kurier" gefiel es mit "Munter geht die Sisi unter" sogar zu reimen.

25 Millionen Schilling (1,82 Mio. Euro) kostete 1992 die erste Produktion von "Elisabeth" - laut Angaben des damaligen Direktors Peter Weck sogar weniger als vorhergehende Arbeiten wie etwa "Cats" oder "Freudiana".

"Jede Melodie ist ein Hit"
"Dieses Musical spricht die Herzen an, hat eine gute Story, und jede Melodie ist ein Hit", bringt es die Darstellerin der Kaiserin-Mutter Else Ludwig auf den Punkt. Ludwig spielt seit der Uraufführung die Rolle und feierte am 5. November die 1.000. Vorstellung. "Erstmals haben sich echte Fanclubs gebildet, die nach der Vorstellung beim Bühneneingang gewartet und uns über all die Jahre auch die Treue gehalten haben."

"Elisabeth" war das erste deutschsprachige Musical, das Stars hervorgebracht hat. Unvergessen die Teddybären-Regen für Uwe Kröger als Tod, Maya Haakvort wurde ein Synonym für Elisabeth, ebenso Viktor Gernot als erster Kaiser Franz Josef. Er wollte sich zur Wiederaufnahme nicht mehr zu einem Comeback überreden lassen. Auch nicht für Höchstgage.

(apa/red)

22.11.2005 17:07