Neue Wendung im Fall "Ivan Ivanov": Wiener Anwalt fungierte als Fluchthelfer
- Advokat ließ Betrüger Anwaltsausweis fälschen
- Bandenchef konnte im April aus Gefängnis fliehen
Am Montag bestätigten sich die Vermutungen, dass in der Affäre um den von einem falschen Anwalt aus der U-Haft im Wiener Landl befreiten Meisterfälscher Ivan Ivanov, der in Wahrheit Dimitr K. heißt, auch ein echter Advokat aus Wien involviert war. Laut zweier Tageszeitungen liegt ein Strafantrag gegen einen 45-jährigen Juristen aus Wien wegen des Verdachts der Begünstigung vor. Ihm drohen bis zu zwei Jahre Haft.
Das berichten der "Kurier" und die "Neue Kronen Zeitung" in ihren Dienstag-Ausgaben. Im Oktober hatte die Polizei den geflüchteten Banden-Chef Ivan Ivanov aufgespürt und auch fünf seiner Helfer verhaftet. Einer von ihnen war jener "falsche" Anwalt, der seinen Chef im April aus dem "Landl" befreit hatte. Als Fluchthelfer stehe nun, so der "Kurier" und die "Krone", ein Wiener Advokat fest, der seinen Anwaltsausweis verborgt hatte, damit sich die Bande einen falschen Juristen "basteln" konnte. Der echte Anwalt bestritt zunächst, mit der Affäre zu tun zu haben. "Letztendlich war er aber geständig", sagte Staatsanwalt Georg Krakow.
(apa/red)
