Montag, 21. November 2005

Bundesländervergleich: Große Unterschiede
bei den Pflegekosten für ältere Menschen

  • Qualität der Pflege und Betreuung variieren stark
  • Rahmengesetz mit einheitlichen Standards gefordert

Die Qualität der Pflege und Betreuung für alte Menschen hängt in Österreich vom Wohnort ab. Laut einer Studie der Wirtschaftsuniversität Wien machen unterschiedlich hohe Förderungen die Pflege in einigen Bundesländern doppelt so teuer wie in anderen. Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe fordern daher ein Rahmengesetz mit einheitlichen Standards für ganz Österreich.

Laut der Studie gelten für die neun Bundesländer unterschiedliche Maßstäbe. Ein pflegebedürftiger Oberösterreicher erhält von mobilen Diensten pro Jahr 50 Stunden Betreuung, ein Wiener 311. Auch die Qualität sei nicht die gleiche. In Wien werden Kunden zu 88 Prozent von der Heimhilfe betreut. Dieser Dienst bietet allerdings weniger Service als etwa Pflegehilfe oder Hauskrankenpflege, die in Tirol wiederum 66 Prozent der Menschen betreut. Ein Grazer zahlt beispielsweise für eine konkrete Hilfeleistung 1.159 Euro, ein Grieskirchner 673.

Ein Rahmengesetz für ganz Österreich soll einheitliche Standards für die Altenpflege in Österreich auch gesetzlich verankern, fordern die Non-Profit-Dienstleiter. Die unterschiedlichen Rahmenbedingungen würden auf Grund eines größeren Verwaltungsaufwandes das System unnötig verteuern. Auch die Trennung von Gesundheits- und Sozialbereich würde Geld verschwenden.

Dass überforderte Familien auf billiges Pflegepersonal aus dem Ausland zurückgreifen, dürfe man nicht verurteilen, so das Rote Kreuz. Mit rund 40.000 Pflegern stellen illegale Dienste derzeit die Mehrheit der Versorgung im mobilen Bereich. Auch diesem Problem müsse sich die Politik stellen.

(apa)

21.11.2005 13:17