Heute große Terror-Übung "Vorsorge 05" in
Wien und NÖ: Einsatzkräfte proben Ernstfall!
- Übungsannahme: Radioaktive Substanzen treten aus
- Hunderte Soldaten und Feuerwehrleute im Einsatz
Bei einer Polizeikontrolle an der Ausfahrt vom Flughafen Schwechat wird aus einem Auto heraus ein Beamter niedergeschossen, der Pkw rast davon und verursacht bei der Stadteinfahrt von Schwechat einen Unfall, bei dem die drei Insassen getötet und mehr als 80 Personen - u.a. Insassen eines Busses - verletzt werden: Dieses Szenario war die Ausgangslage bei der großen Übung "Vorsorge05", an der mehr als 500 Einsatzkräfte teilnahmen.
Zweck der Übung im Vorfeld der EU-Präsidentschaft Österreichs ist die Optimierung der Kooperation zwischen Rettung, Feuerwehr, Bundesheer, Behörden und Polizei inklusive Spezialeinheiten, zumal sich die Ausgangslage dramatisch verschärfte. Im Auto der "Terroristen" fanden sich nämlich Pläne, die auf einen geplanten Anschlag auf eine Internationale Konferenz in Wien-Penzing deuteten, sowie Handgranaten, chemische Substanzen und radioaktives Kobalt-60. Daher kamen der Entschärfungsdienst, ein Fernlenkroboter mit drei Spezialkameras und ABC-Abwehrexperten zum Einsatz, um zunächst den Unfallort zu sichern und die Verletzten zu dekontaminieren, ehe die Opfer von Notärzten und Rettungssanitätern versorgt werden konnten.
Die Verletzten wurden von Bundesheersoldaten dargestellt, wobei die jungen Männer sicher die unangenehmsten Rollen übernommen hatten. Sie lagen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt eineinhalb Stunden auf der Straße. Aufwärmen konnten sie sich dann in einem beheizten Sanitätszelt des Roten Kreuzes, das mit 60 Mitarbeitern im Einsatz war.
Die Verfolgung der "Täter" bei der Terror-Übung "Vorsorge05" hat sich bis nach Wien gezogen. Kurz vor 13.30 Uhr stürmten Einsatzkräfte in ein leer stehendes Gebäude, die ehemalige "Stadt des Kindes" in Penzing, wo die "Terroristen" in eine fiktive internationale Konferenz eingedrungen sind.
Zwei Hubschrauber mit jeweils vier Angehörigen der Einsatzgruppe Cobra kreisten um das Haus. Die acht Männer der Spezialeinheit seilten sich auf eine Mauer ab, wobei es zu einer unplanmäßigen Verzögerung von etwa einer Minute kam, weil ein Angehöriger des Anti-Terrorkommandos sich in seinem Seil verhedderte. Die Einsatzkräfte brachen eine Tür auf, Blendgranaten kamen zum Einsatz, im Gebäude kam es zu einer Rauchentwicklung. Die Spezialeinheit nahm drei "Terroristen" fest.
Ein Strahlenspürtrupp des Innenministeriums untersuchte daraufhin das Gebäude auf chemische Stoffe. Zum Einsatz kam ein neu erworbener Detektor, der 44.000 Euro gekostet hat und 32 chemische Substanzen erkennen kann. So konnte in dem leer stehenden Haus Anthrax entdeckt werden, das von den "Terroristen" dort platziert worden war.
Bei der Übung wurde angenommen, dass durch das Eindringen der "Terroristen" auf der Konferenz 22 Menschen verletzt wurden. Sie brachte die Rettung in Spitäler. Alle Einsatzkräfte blieben unverletzt.
Innenministerin Liese Prokop (V), die bei der Übung anwesend war, hat sich bei allen Teilnehmern bedankt: "Das Wichtigste ist, dass alles im Griff ist." Zwischen den Schauplätzen Schwechat und Wien nahm Prokop beim Krisenstab im Innenministerium teil, der ebenfalls Teil der Übung war. Ein Evaluierungsteam wird nun den Ablauf der Übung bewerten. (apa)
