Montag, 21. November 2005

Ärztliche Versorgung wird '06 neu geregelt:
Rauch-Kallat präsentiert neuen Strukturplan

  • Vier Gesundheitszonen und 32 Gesundheits-Regionen
  • "Weg vom Bettenzählen hin zur Angebotsplanung"

Mit dem "Strukturplan Gesundheit", der Österreich in vier Gesundheitszonen und 32 Gesundheits-Regionen einteilt und der ab kommendem Jahr gilt, will Rauch-Kallat "weg von einem standortbezogenen Bettenzählen hin zu einer leistungsbezogenen Angebotsplanung". Die Bundesländer können dann selbst entscheiden, in welchen Spitälern oder anderen medizinischen Einrichtungen es diese Versorgung in welcher Form gibt.

Die Qualitäts-Kriterien, die als Voraussetzung für solche medizinischen Leistungen gelten, werden im ersten Halbjahr 2006 noch vereinbart, sagt die Gesundheitsministerin. Man werde jedenfalls sicherstellen, dass die Österreicher und Österreicherinnen "in zumutbarer Nähe" ärztliche Versorgung haben, sei es "durch einen niedergelassenen Arzt, eine Ärztegemeinschaft, oder durch ein entsprechendes Spital". Darüber hinaus werde es "Schwerpunktspitäler und die Spitzenversorgung in den Universitätskliniken" geben.

Raus aus Spital, vermehrt zum Arzt
Grundsätzlich gelte, bestimmte Gesundheitsleistungen und Behandlungen, die nicht zwingend in Spitälern erbracht werden müssen, bei niedergelassenen Ärzten oder Arzt-Gemeinschaften anzubieten. "Wo möglich und sinnvoll raus aus dem Spital, aus dem stationären Bereich in den ambulanten Bereich", sagt Rauch-Kallat.

Das komme aber auf den Patienten und die Umstände an. So könne man etwa bei einem gesunden Patienten eine Star-Operation am Auge tagesklinisch erledigen. Der Patient könne am Abend nach Hause gehen und müsse nur zur Kontrolle wieder kommen. Anders bei einem alten Menschen, der möglicherweise noch einen langen Anfahrtsweg hat. In diesem Fall werde es weiter sinnvoll sein, den Patienten über Nacht im Spital zu behalten und ihn erst nach einer Kontrolle am nächsten Morgen aus dem Spital zu entlassen.

Mit dem "Strukturplan Gesundheit", der Mitte Dezember mit den Bundesländern offiziell beschlossen wird, sollen auch die ständig steigenden Spitalskosten gesenkt oder zumindest eingedämmt werden.
(red)

21.11.2005 08:45