Überwachung von Privat-Autos? Gorbach spricht sich für Black Box in allen Pkw aus
- Diskussion im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft
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Privat-Pkw könnten in naher Zukunft ebenso lückenlos überwacht werden wie die zivile Luftfahrt. In einem Zeitungs-Interview schlug Verkehrsminister Gorbach vor, künftig in Autos einen technisch ausgereiften Fahrtenschreiber - auch Black Box genannt - einbauen zu lassen. "Im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft werden wir eine Einführung auf internationaler Ebene diskutieren."
Gorbach in der "Presse": "Die Black Box speichert Daten wie Wetter, Geschwindigkeit und Reaktionszeit." So könnte man nachträglich auch feststellen, ob der Lenker zum Zeitpunkt des Unfalls abgelenkt war - etwa durch Telefonieren. Bei einer Einführung könne er sich vorstellen, den Einbau eines solchen Gerätes - etwa über den Umweg einer reduzierten Kfz-Steuer - zu fördern.
Unter den EU-Verkehrsministern gebe es Unterstützer dieser Idee, vor allem aus Frankreich. Ausgewertet werden soll die Black Box aber nur, wenn es zu einem Unfall gekommen ist. Wann dieser große Fahrtenschreiber fürs Auto kommen könnte? Gorbach: "Binnen fünf Jahren kann viel passieren."
An seinem Plan, auf einzelnen Autobahn-Abschnitten Tempo 160 zu erlauben, hält Gorbach fest. "Wenn man schon das Limit wegen schlechter Sicht mit einer flexiblen Anzeige auf 80 km/h reduziert, warum sollte man dieses bei schönem Wetter und wenig Verkehr nicht auf 160 erhöhen können", argumentiert er. Umzusetzen sei dies mit einer Reihe von Begleitmaßnahmen.
VCÖ befürwortet Gorbach-Vorschlag
Der VCÖ begrüßt den Vorschlag von Verkehrsminister Hubert Gorbach (B), einen Datenspeicher (Black Box) in Pkw und Lkw verpflichtend einbauen zu lassen. "Der VCÖ sieht in der Black-Box den großen Vorteil, dass Unfallopfer zu ihrem Recht kommen können", hieß es am Montag in einer Aussendung. Ursachen für Kollisionen könnten so leichter und schneller erhoben werden.
"Unfalldatenspeicher verhindern, dass die Gerechtigkeit auf der Strecke bleibt", argumentierte der VCÖ. Opfer würden derzeit immer wieder um ihre Schadenersatz-Ansprüche "umfallen, weil sich der Verursacher einen guten Anwalt leisten kann". Mit einer Black Box könnte etwa überhöhte Geschwindigkeit oder Ablenkung leicht nachgewiesen werden. (apa)
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