Freitag, 18. November 2005

Naturwunder feiert Entdeckungs-Jubiläum: Victoria-Fälle sind seit 150 Jahren entdeckt

  • UNESCO-Weltnaturerbe: 1,6 km breit, 130m hoch
  • Sambia will Publikums-Magnet für Tourismus nutzen

Vor 150 Jahren entdeckte Afrikaforscher David Livingstone "Mosi-oa-tunya". In der Sprache des örtlichen Mukuni-Stammes: "Der Rauch, der donnert". Doch weltweit bekannt wurden die mächtigen Wasserfälle unter dem Namen, den Livingstone ihnen zu Ehren seiner Königin gab: Victoria-Fälle. Nun feierten die Nachfahren der Mukuni und der Livingstones am mächtigen Sambesi-Fluss das denkwürdige Ereignis.

Eins der sieben Naturwunder dieser Welt hatte Livingstone (1813-1873) die Victoria-Fälle genannt, die als größter Wasservorhang der Welt längst Eingang in die UNESCO-Liste des Weltnaturerbes gefunden haben. Der Sambesi, Afrikas viertgrößter Fluss, ergießt sich hier auf einer Breite von 1,6 Kilometern knapp 130 Meter in die Tiefe und grenzt Sambia von Simbabwe ab. Bevor der Staat immer tiefer ins Chaos rutschte, tummelten sich die Touristen aus aller Welt in dem Ort Victoria Falls auf simbabwischer Seite des Flusses.

Top-Attraktion für Touristen
Heute profitiert die gegenüber liegende sambische Kleinstadt Livingstone von den Segnungen des Tourismus. Die beide Staaten verbindende Brücke nutzen Bungee-Springer, in dem unter den Wasserfällen gelegenen Tal wird den Touristen Sport und Spaß aller Art geboten. Sambia hat in diesem Jahr mit der weltweiten Vermarktung seines touristischen Potenzials begonnen, bei denen die Victoria-Fälle nur ein Trumpf sind. Auch der Ethno-Tourismus soll ausgebaut werden. Das an den Wasserfällen gelegene Dorf der Mukuni beteiligt sich daran und bietet Einblicke ins Alltagsleben des Stammes.

Familiäre Feierlichkeiten
Der Mukuni-Häuptling legte auf der Livingstone-Insel eine Plakette nieder. An der Zeremonie nahmen auch der 79-jährige Livingstone-Enkel David Wilson und die Urenkel David Hubert und Deirdre Livingstone teil, die eigens aus Großbritannien anreisten. Den Nachkommen der beiden afrikanischen Wegbegleiter des schottischen Forschers hatte man erfolglos nachgespürt. Sie hatten den legendären Forschungsreisenden damals zu den Fällen geführt. (APA/red)

18.11.2005 09:32