Donnerstag, 17. November 2005

Blut und Rausch am Burgtheater

Hermann Nitsch. Der Aktionskünstler inszeniert am Burgtheater zum 50-Jahr-Jubiläum am 19. 11. blut- und emotionsgeladene Orgien und Mysterien. NEWS hat den Fahrplan der Aufsehen versprechenden Aktion.

Eine Materialschlacht dieser Dimension hat das Burgtheater noch nicht erlebt – und das will etwas heißen. Der Stier (geschlachtet) ist schon geordert. Die Anzahl der toten Schweine, die in den Stiegenaufgängen, Foyers und auf der Bühne rituell ausgenommen werden? Wie viele Hektoliter Blut? „Daran arbeiten wir noch“, sagt Nitsch im NEWS-Gespräch zwischen den Proben. 19. November 2005: Das Staatstheater feiert den 50. Jahrestag der Wiedereröffnung, Hermann Nitsch wurde für die 122. Aktion seines orgien mysterien theaters geheuert. Die Anzahl der lebenden Akteure hat die Dimension eines Shakespeare’schen Königsdramas. Nitsch: „Wir haben am ersten Probentag 70 Leute eingestellt. Das war wie bei der Musterung beim Heer. Insgesamt, mit Chor und Orchester, habe ich leicht 150 bis 200 Mitwirkende. Ich habe mich sehr gefreut, dass viele Menschen, die schon Jahrzehnte bei mir mitwirken, wieder gekommen sind.“ So kann die Probezeit äußerst knapp gehalten werden. Fünf Tage reichen, wenn man die Technik kennt, wie ein totes Tier über die Feststiege zu transportieren ist.

Der Fahrplan für die Burg-Orgie. Um 15 Uhr beginnt das für sechs Stunden veranschlagte Spektakel des Kleinbürgerschrecks. „Vor dem Burgtheater wird eine Blasmusikkapelle herummarschieren. Die ganze Aktion hindurch. Auf dem Rathausplatz gegenüber ist ja dann schon der Christkindlmarkt. Das wird zu einem einzigen Volksfest verschmelzen. Es gibt für alle etwas zu sehen, ohne dass sie Eintritt zahlen müssen.“ Den Zaungästen sei eine Überdosis Punsch zur Magenstimulierung ans Herz gelegt, denn: „Viele Aktionen werden auch auf der Straße stattfinden und können von allen beobachtet werden.“

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS

17.11.2005 15:32