Mittwoch, 16. November 2005

Austria Wien: Die violette Revolution

Wie Frank Stronach gestürzt werden soll. Warum Toni Polster mit Herbert Prohaska schon bald ein Comeback feiern könnte. Exklusiv: Der geheime Putschplan.

Mittwoch, 9.30 Uhr, General Aviation, Flughafen Wien-Schwechat, Landebahn AB 26. Milliardär Frank Stronach klettert aus seinem Privatjet und eilt zu seiner geparkten Limousine. Hätte er zu diesem Zeitpunkt gewusst, was ihn in den nächsten Tagen erwartet, wäre er vermutlich gleich wieder Richtung Kanada abgedüst. Nicht nur dass sich die Fronten im Gerichtsstreit mit Ex-Generalmanager Toni Polster verhärtet haben, jetzt geht es auch bei seiner Austria schwer ans Eingemachte. Hinter den Kulissen haben sich die so genannten Alt-Austrianer in Stellung gebracht und blasen zum Totalangriff auf den Austro-Kanadier. Ziel: Stronachs Sturz!

Polster ante portas. Das Sensationelle an der ganzen Sache ist, dass plötzlich ein Comeback der beiden Austria-Ikonen Polster und Herbert Prohaska möglich ist. Freilich nur unter der Bedingung, dass sich Stronach aus dem Klub zurückzieht. Während Prohaska lieber noch in Deckung bleibt und zu diesem Thema keine Kommentare abgeben will, wird Polster im Interview mit NEWS konkreter: „Wenn sich bei meiner Austria einiges grundlegend ändert und man an mich herantritt, bin ich bereit, nachzudenken.“ Und Polster ergreift auch gleich das Wort für seinen Spezi „Schneckerl“ Prohaska: „Klar ist, dass ein Mann wie der Herbert zur Austria gehört. Als Präsident, Vize oder Ehrenpräsident, egal, da gibt es viele Möglichkeiten. Nur unter Stronach kehrt der Herbert nicht zurück. Und ich schon gar nicht.“

Schlagabtausch mit Frank. Es stellt sich die Frage: Wie soll das dann bitte funktionieren? Wer den Magna-Magnaten kennt, weiß, dass er ein Kämpfer ist und sich nur schwer geschlagen geben wird. Das wissen auch Austrias Traditionalisten unter der Federführung von Kuratoriumsmitglied Helmut Denk. Und die glauben, vorgesorgt zu haben. Bei der für 24. November angesetzten Generalversammlung im Wiener Rathaus soll es zum großen Paukenschlag kommen und die Weichen für „Austria neu“ gestellt werden.

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PLUS: Toni Polster im Interview

16.11.2005 17:48