BAWAG-Affäre und ihre Folgen: Ex-Refco-Chef plädiert vor Gericht auf nicht schuldig
- Bennett ist wegen Wertpapierbetrugs angeklagt
- Hunderte Millionen Dollar stehen auf dem Spiel
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US-Broker Refco landet in Statistik auf Platz vier
Der ehemalige Chef des bankrotten US-Brokers Refco Phillip Bennett hat vor Gericht in allen Anklagepunkten auf nicht schuldig plädiert. Dem 57-Jährigen ist unter anderem wegen Wertpapierbetrugs im Umfang von mehreren hundert Millionen Dollar (ein Dollar = 0,856 Euro) angeklagt. Er bestreitet sämtliche Vorwürfe.
Refco meldete im vergangenen Monat Konkurs an. Vor der Krise war der Konzern der größte unabhängige Rohstoff- und Terminkontraktbroker in den USA. Er verwaltete mehr als 200.000 Kundendepots und beschäftigte rund 3000 Mitarbeiter.
In Österreich ist die BAWAG P.S.K. in den Strudel der Refco-Pleite geraten. Drei BAWAG-Vorstände unter Vorsitz von BAWAG-Chef Johann Zwettler hatten nämlich Anfang Oktober in einer Blitzaktion an einem Wochenende einen Kredit von insgesamt 425 Mio. Euro an Refco gegeben, kurz bevor das Brokerhaus pleite ging. Am gestrigen Donnerstag trat Bankchef Zwettler wegen der Affäre zurück, wollte dies aber nicht aus Schuldeingeständnis gewertet wissen.
Die BAWAG klagte Refco und Bennett auf Herausgabe der Kreditsumme von 350 Millionen Euro. Die Vorwürfe lauten Betrug, Bereicherung und Irreführung. Die restlichen 75 Mio. Euro seien zum Teil schon "verkauft", die BAWAG hofft auch den Rest nicht total abschreiben zu müssen.
(apa/red)
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