FORMAT über das Christmas-Biz: Geschäft mit Weihnachten kurbelt Umsatz gewaltig an!
- Geschenke für 1,5 Mrd. wandern über den Tresen
- PLUS: Das schenken die Österreicher am liebsten
Am Heiligen Abend könnte es viele enttäuschte Gesichter geben. Laut Peter Voithofer (KMU Forschung) geben die Österreicher heuer 335 Euro für Weihnachtsgeschenke aus, fast den gleichen Betrag wie im eher enttäuschenden Vorjahr. "Mehr als ein Prozent Plus ist nicht drin. Rosig ist das für den Handel nicht", sagt Voithofer.
Zwar wird der Weihnachtsumsatz-Kuchen wie zuletzt 1,5 Milliarden Euro groß sein, doch Stagnation bedeutet im Handel einen Rückschritt: Mieten, Personalkosten und Energiepreise steigen, und wer nicht auch den Umsatz steigern kann, rutscht in die Malaise. Handelsprofessor Peter Schnedlitz (WU Wien) analysiert: "Die Konsumstimmung ist nicht schlecht, doch es fehlen bahnbrechende Innovationen, um das Weihnachtsgeschäft anzukurbeln."
Dabei sind Geschenke, wie aus einer vom Marktforschungsinstitut Karmasin im Auftrag von Libro durchgeführten Studie hervorgeht, vor allem den 13- bis 19-Jährigen "sehr wichtig". Teens verbinden das Fest eher mit Präsenten als mit trautem Beisammensein. Sechzig Prozent der Befragten gestehen, Weihnachten sofort mit Geschenken zu assoziieren, nur 35 Prozent denken an besinnliche Familientreffen. "Für Teenager stellen Geschenke einen wesentlichen Teil des Fests dar - einer der Gründe dafür, warum Weihnachtsmuffel in der Minderheit sind", so Libro-Chef Martin Waldhäusl.
Unterhaltungsindustrie ist In
Die Vorlieben der Jugendlichen, die Libro zwecks richtiger Bestückung der Regale jüngst erheben ließ: 67 Prozent wünschen sich Geschenke aus den Bereichen Musik, Film und Computer. Kassenschlager sind in diesem Jahr Hits vom britischen Mädchenschwarm Robbie Williams und US-Stimmwunder Mariah Carey, brandneue Filme aus Hollywood sowie PC-Spiele.
55 Prozent der Teenager geben an, sich über trendiges Outfit am meisten zu freuen. Die Wunschliste reicht von robusten Winterschuhen über Skianzüge bis zu hipper Abendbekleidung. Groß ist die Freude auch über Bargeld: Laut Karmasin-Studie freuen sich 46 Prozent der Jugendlichen vor allem über Cash.
Hoch oben in der Beliebtheitsskala rangieren zudem Präsente aus den Bereichen Unterhaltungselektronik und Kommunikation. 42 Prozent der Teens sagen, DVD-Player, HiFi-Anlagen und TV-Geräte seien die besten Weihnachtsgeschenke, vierzig Prozent wünschen sich ein neues Handy oder einen Internetanschluss. Bücher und Zeitschriften hingegen zählen auch heuer nicht zu den Wunschgeschenken der Teens. Nur 27 Prozent erhoffen sich ein gutes Buch. Schmuck, PCs und Spielwaren sind ebenfalls keine Renner.
Keine Spendierhosen
Dass Eltern beim heurigen Weihnachtseinkauf die Spendierhosen anziehen könnten, wird auch in einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts Market bezweifelt. Der Befund entspricht dem von KMU-Forscher Voithofer: Nur sieben Prozent der Österreicher werden heuer mehr ausgeben als im Vorjahr. Und dieses Mehr macht auch nur einige wenige Euro aus.
Laut Market-Untersuchung lässt sich vor allem bei Frauen eine bescheidene Zunahme der Ausgabebereitschaft feststellen. Unverändert gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil jener, die bei den Weihnachtseinkäufen den Sparstift ansetzen (dreißig Prozent). Kaum Veränderungen hat es bei den über 50-Jährigen gegeben. Sie zeigen, ebenso wie die mittlere Generation (dreißig bis 49 Jahre), eine überdurchschnittlich hohe Sparabsicht.
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