Freitag, 18. November 2005

Das Erbe des Kurt Falk: Zeitungsgründer hinterlässt nur noch kleines Medien-Geschäft

  • Dafür bleibt aber ein sagenhaftes Vermögen
  • PLUS: Die bewegte Karriere des Exzentrikers

Bis zur letzten Woche war Kurt Falk regelmäßig in der "Ganze Woche"-Redaktion, gab Themen vor und beschäftigte sich mit Layouts. Er schrieb - ohne Autorennennung - auch immer wieder Texte selbst, wie Mitarbeiter der Wochenzeitung erzählen. Erst kürzlich verfasste Falk einen Artikel zur Bawag-Kreditaffäre, in dem er Bawag-General Johann Zwettler, einen seiner persönlichen Freunde, vehement verteidigte.

Am vergangenen Dienstag erlag Kurt Falk im 72. Lebensjahr einem Krebsleiden. Tags darauf erschien die "Ganze Woche" - ohne einen Nachruf. Abgedruckt wurde ein Standpunkt des Zeitungsgründers: "Ich will die Welt genauso lautlos verlassen, wie ich sie betreten habe."

Was von dem exzentrischen Milliardär bleibt, ist seine Beteiligung an einer der größten Aufbauleistungen der Nachkriegsgeschichte namens "Kronen Zeitung", die Erinnerung an die jahrelange Auseinandersetzung mit dem einstigen "Krone"-Partner Hans Dichand und an seinen Flop mit der Tageszeitung "täglich Alles". Und Kurt Falk hinterlässt sehr viel Geld - angelegt zum überwiegenden Teil bei der Bawag.

Sohn Noah kümmert sich um das verlegerische Erbe. Das unternehmerische Erbe nimmt sich im Vergleich zum Vermögen eher bescheiden aus. Geblieben sind die "Ganze Woche" und die ehemalige "täglich Alles"-Druckerei.

Großen Reichtum angehäuft
Gemessen am Gesamtvermögen Kurt Falks, sind diese Zahlen nur Stellen hinter dem Komma. 1987 kassierte der gelernte Buchhalter, der als Waschmittelverkäufer bei Henkel begann, für seinen Hälfteanteil an der "Krone" umgerechnet 160 Millionen Euro. Davor sprudelten viele Jahre fette Gewinnausschüttungen. Und Falk hatte immer eine gute Hand für Börsen und andere lukrative Kapitalanlagen.

Wie viel er genau anhäufte, wissen nur sehr wenige, aber es ist eine enorme Summe. Das Magazin "trend" taxiert ihn in seiner Liste der reichsten Österreicher auf 650 Millionen Euro. Andere Schätzungen reichen bis zu einer Milliarde, weil aus Falks Umfeld schon Mitte der 90er von umgerechnet 500 Millionen berichtet wurde. Seine beiden Privatstiftungen, Vision und Perspektive mit Namen, hat Falk Anfang 2003 aufgelöst.

Am liebsten wäre ihm, sein Reichtum würde mit ihm verschwinden, suggerierte der Exzentriker öfters, wenn er "für hundert Prozent Erbschaftssteuer" eintrat. Der Persönlichkeit von Falk hätte das entsprochen. Dennoch werden die Söhne nicht leer ausgehen. "Da meine Söhne letztendlich mein Vermögen übernehmen werden, spielt diese Frage überhaupt keine Rolle", antwortete Kurt Falk 2001 auf die Frage nach dem Kaufpreis für die "Ganze Woche".

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18.11.2005 10:39