Mittwoch, 16. November 2005

Schwarze Liste für unsichere Fluglinien in EU: Union rechnet mit bis zu 50 Einträgen

  • Verordnung benötigt noch Zustimmung der Minister

Das Europäische Parlament hat am Mittwoch in Straßburg mit großer Mehrheit für eine EU-weit einheitliche "Schwarze Liste" von unsicheren Fluglinien ausgesprochen. Der Verordnung müssen nun noch die 25 EU-Verkehrsminister zustimmen, was aber nur noch ein Formalakt ist, weil das Vorhaben im Vorfeld zwischen Kommission Rat und Parlament akkordiert worden ist.

Im Europaparlament rechnet man mit bis zu 50 Einträgen auf der neuen Liste, die im Internet aber auch in Reisebüros und auf Flughäfen veröffentlicht und alle drei Monate aktualisiert wird.

Die EU reagiert mit der neuen Regelung auf mehrere Flugzeugabstürze in diesem Jahr, bei denen mehr als 500 Menschen zu Tode gekommen sind. Die Regelung war in extrem kurzer Zeit vereinbart worden.

Mit dem neuen Regelwerk sollen nun ab Februar bzw. März einheitliche Start- und Landeverbote für Fluglinien in allen 25 EU-Mitgliedsländer gelten. Die Mitgliedstaaten leiten ihre nationalen Listen, von Carriern gegen die sie eine Flugverbot verhängt haben, an die EU-Kommission weiter, die sie dann in eine Schwarze Liste zusammenführt. Die EU-Kommission soll nun konkrete Kriterien erarbeiten für die Schwarze Liste erarbeiten. Bisher veröffentlichen unter anderem Frankreich, Belgien und Großbritannien solche nationale Listen.

Auf der Liste können sich Fluglinien sowohl aus Europa als auch aus Drittstaaten finden. Passagiere, die auf Fluglinien gebucht sind, die später mit einem Flugverbot belegt wurden, haben recht auf Schadenersatz bzw. Umbuchung.
(apa)

16.11.2005 17:52