Montag, 14. November 2005

Justiz fühlt sich von Didulica "gepflanzt": Ermittlungen nach Kung Fu-Kick verzögert

  • Nun droht ihm polizeiliche Vorführung vor U-Richter
  • PLUS: Die Bilder der harten Attacke auf Lawaree!

Nicht gut zu sprechen ist die Staatsanwaltschaft Wien auf Austria-Tormann Joey Didulica. Gegen den Kroaten sind seit Ende Mai Vorerhebungen wegen schwerer Körperverletzung anhängig, nachdem er im letzten Derby der vergangenen Bundesliga-Saison Rapid-Stürmer Axel Lawaree mit einer Sprungattacke im Gesicht getroffen und diesem u.a. die Nase gebrochen hatte. Dass die Entscheidung über eine allfällige Anklageerhebung nach wie vor aussteht, hängt mit Didulicas mangelnder Kooperationsbereitschaft zusammen.

"An sich sind in dieser Sache alle in Frage kommenden Zeugen befragt worden. Die ärztlichen Belege liegen vor. Was jedoch noch immer fehlt, ist die Beschuldigteneinvernahme", hieß es auf Anfrage der APA bei der Anklagebehörde. Didulica habe "wiederholt und unentschuldigt" polizeiliche Vorladungen ignoriert. Ohne seine Aussage könne man jedoch die Vorerhebungen nicht abschließen.

Weitere Verzögerungen will die Staatsanwaltschaft nicht mehr hinnehmen. Didulica hat mittlerweile eine gerichtliche Vorladung erhalten und soll seine Aussage jetzt direkt bei der U-Richterin deponieren. Sollte er zu diesem Termin wieder nicht erscheinen, droht ihm die polizeiliche Vorführung.

Polizeiliche Vorführung vor U-Richter angedroht
"Wenn jemand im Vorverfahren zu einer Beschuldigteneinvernahme ohne Angabe von Gründen nicht kommt, wird grundsätzlich zunächst einmal überprüft, ob die Ladung zugestellt werden konnte. Hat er diese erhalten, muss er mit der Vorführung rechnen", erklärte Landesgerichtssprecherin Alexandra Mathes gegenüber der APA.

Im Grauen Haus fragt man sich, ob Didulica überhaupt der Ernst der Lage klar ist, in die er sich manövriert hat. "Ein bösartiger Staatsanwalt könnte ja auf die Idee kommen, dass Didulica jedenfalls während eines Austria-Spiels anzutreffen ist. Der Vorführung wäre sicher Erfolg beschieden, wenn man ihn nach einem Heimspiel von der Polizei abführen lässt."

Austria fordert Didulica auf zu handeln
Die Austria reagierte auf die Versäumnisse des Tormannes prompt. "Es handelt sich zwar um eine private Angelegenheit, aber wir werden den Spieler unverzüglich auffordern, sich so rasch wie möglich mit der zuständigen Behörde in Verbindung zu setzen", sagte Christoph Pflug, der Pressesprecher des Vereins. Die Politik des "Kopf-in-den-Sand-stecken" sei nicht angebracht, meinte Pflug in Absprache mit Austria-Manager Markus Kraetschmer.

(apa/red)

14.11.2005 13:32