"2006 am liebsten wieder mit Citroen": Die WM-Bilanz und -Vorschau von Manfred Stohl
- "Motorsportler des Jahres" beendete WM als Neunter
- Für kommende Saison ist noch nichts unterschrieben
·Dritter Platz für Stohl bei Australien-Rallye!
Rallye-Ass fährt aufs Podium. Sieg für Duval
Manfred Stohl/Ilka Minor, Österreichs "Motorsportler des Jahres", haben die Rallye-WM im privat von Kronos Racing eingesetzten Citroen Xsara WRC auf dem neunten Platz beendet. Nach der erfolgreichen Saison mit den Höhepunkten Zypern (Rang zwei) und Australien (Rang drei) ist die Zukunft des Erfolgsgespanns in der WM aber noch ungewiss. Das OMV World Rally Team ist derzeit am Schnüren eines Pakets für 2006, drei Optionen stehen zur Auswahl. Gegenüber der APA bilanziert Stohl das WM-Jahr und wagt einen Ausblick.
APA: Herzlichen Glückwunsch zum dritten Platz in
Australien und zur sehr guten Saison. Wie sieht Ihr persönliches
Resümee aus?
Stohl: "Ich bin sehr zufrieden, wie alles gelaufen ist. Mit zwei
Podiumsplätzen war es eine tolle Vorstellung. Lediglich der Ausfall
in Griechenland hat mich hart getroffen und hat sehr wehgetan. Dort
hätten wir ebenfalls ein sehr gutes Resultat einfahren können."
APA: Haben Sie eine so gute Saison erwartet?
Stohl: "Ich habe nicht gerechnet, dass es so gut läuft, da es am
Anfang des Jahres viele Unsicherheiten gab. Ich kannte das Team
nicht, fuhr mit einem neuen Auto und neuen Reifen. Aber wir haben uns
sehr schnell angefreundet."
APA: Ihre Zukunft in der WM ist ungewiss. Wo tendieren Sie persönlich hin, und wie hoch sehen Sie die Chance, auch im kommenden Jahr ein Citroen Xsara WRC zu lenken?
Stohl: "Ich persönlich tendiere zu einem ähnlichen Programm wie 2005. Am liebsten natürlich wieder mit Citroen, da ich das Auto nun
schon kenne. Doch es liegt nicht allein in meinem Bereich. Die Chancen sehe ich 50:50. Ich bin aber überzeugt, dass mein Sponsor OMV die Verhandlungen sehr gut führen wird und das Beste herausholt. Ich selbst glaube erst alles dann, wenn es unterschrieben ist."
APA: Bis 15. Dezember muss die Entscheidung fallen, was steht für Sie bis dahin auf dem Programm?
Stohl: "Da gibt es jede Menge zu tun. Angefangen von diversen PR-Terminen und im Dezember natürlich Weihnachtsfeiern. Dann hoffe ich, dass wir vor dem 15. Dezember noch das Projekt des OMV World Rally Teams für 2006 bekannt geben können. Und am kommenden Wochenende fahre ich in Rumänien das Race of Champions."
APA: Glauben Sie, dass die Weltmeisterschaft 2006 mehr Spannung bringen wird, weil mehrere Spitzenpiloten, allen voran Doppel-Weltmeister Sebastien Loeb, nach dem Ausstieg der Werksteams von Citroen und Peugeot in Privatteams antreten müssen und werden?
Stohl: "Ich weiß nicht, ob es dadurch mehr Spannung geben wird. Wichtig ist jedenfalls, dass auch im nächsten Jahr viele Spitzenpiloten am Start sind. Sie garantieren die Show in unserem Sport. Der Zuschauer an der Strecke kann oft nicht wirklich den Unterschied zwischen einem Werks-WRC und einem WRC eines Privatteams erkennen. Diese Zeitdifferenz sieht man mit freiem Auge nicht."
APA: Hat ein Privatier überhaupt ernsthafte Chancen auf den WM-Titel?
Stohl: "Ein Kundenauto wird gegen ein Werksauto nie wirklich eine Chance haben. Das heißt, ein reines Werksteam wird nicht zu schlagen sein. Aber die Privatteams kommen der Spitze näher. Das hat man heuer deutlich gesehen. So werden auch 2006 Achtungserfolge drin sein. Es gibt Rallyes wie Monte Carlo oder Zypern, wo sogar ein Privatteam gewinnen könnte. Der WM-Titel ist aber eine ganz andere Geschichte und für ein Privatteam in weiter Ferne."
(apa)
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