Erfolg für Österreichs Suchgiftfahnder: Kokain im Millionen-Wert in Schwechat abgefangen!
- Flughafen: Beamte stellen 40 Kilo der Droge sicher
- Kokain in Holzskulpturen: "Kunsthändler" verdächtigt

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40 Kilo Kokain hat eine nigerianische Drogenbande aus ihrer Heimat nach Österreich geschmuggelt. Die Drogen waren in "Kunstwerken" aus Holz versteckt. Ein oberösterreichischer Galeriebesitzer, der von den kriminellen Machenschaften nichts wusste, diente den Tätern als "Werkzeug". Zwei Verdächtige sitzen in Haft, 30 Kilo "Koks" im Straßenverkaufswert von 3,5 Mio. Euro wurden beschlagnahmt.
Die Amtshandlung hatte am 31. August am Flughafen Schipol in Amsterdam begonnen. Holländische Behörden stellten eine Frachtsendung von 20 Holzskulpturen aus Lagos (Nigeria) sicher. Beim Röntgen wurden 17 Kilo Kokain, eingearbeitet in 14 der "Kunstwerke", sichtbar. Die Sendung des nigerianischen angeblichen Kunsthändlers Solomon O. (39) war für den Besitzer einer Galerie in Oberösterreich bestimmt. "Über Europol wurde Kontakt mit den österreichischen Behörden aufgenommen", berichtete am Sonntag Werner Schweighofer, Leiter der Kripo Schwechat.
Festnahmen bereits am 5. September
O. war bereits im Juli anlässlich seiner aus Lagos erfolgten Einreise in Österreich am Flughafen Wien routinemäßig kontrolliert worden - ohne Ergebnis. Wie die Ermittlungen ergaben, sollte der Nigerianer in Linz mit dem Galeriebesitzer Kontakt aufnehmen. Bei der Übergabe der Statuen am 5. September wurden sowohl O. als auch der Oberösterreicher sowie fünf weitere Kontaktpersonen festgenommen.
Der Galeriebesitzer entpuppte sich allerdings selbst als schuldloses Opfer der Bande. "O. hatte den Mann schon vor Jahren kontaktiert und über die Jahre ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Die Gruppe ging sehr professionell vor", so Schweighofer.
14 Holzstatuen in Schwechat abgefangen
Die Beamten konnten in Erfahrung bringen, dass noch eine weitere Sendung unterwegs nach Österreich war. Das Paket mit 14 Holzstatuen wurde schließlich am Airport abgefangen. In elf Statuen waren 13 Kilo "Koks" mit einem Reinheitsgrad von 80 Prozent versteckt.
Die Statuen - 50 bis 70 Zentimeter groß und mit einem Durchmesser von 25 bis 30 Zentimetern - stellten u.a. Frauen- und Kriegerköpfe dar. Sie waren dem Kripo-Chef zufolge "sehr massiv", die Drogen konnten nicht ohne Beschädigung der "Kunstwerke" ausgebaut werden.
Kein Zugriff auf den Kopf der Bande
Verhaftet wurde auch Anthony O. (35), der für die Verschneidung und Verteilung des Kokains zuständig gewesen wäre. Laut Schweighofer gilt sein Bruder als Kopf der Bande. Allerdings konnte auf den in Nigeria lebenden Mann, dessen Name den Behörden bekannt ist, vorerst nicht zugegriffen werden.
Die Tätergruppe soll auch im Juli eine "Kunstsendung" mit zehn Kilo Kokain in die Alpenrepublik gebracht haben. Diese Drogen wurden verkauft und vermutlich bereits "versnifft", wie Schweighofer berichtete. (apa/red)
