Mittwoch, 16. November 2005

Grazer prügelte sein Baby krankenhausreif:
Schreien seiner Tochter ließ ihn ausrasten!

  • Drei Monate altes Kind erlitt eine Schädeldachfraktur
  • Mann erstattete danach Selbstanzeige bei der Polizei

Ein 30 Jahre alter Grazer soll seine erst drei Monate alte Tochter mit der Faust mehrmals geschlagen und ihr so einen Schädelbruch zugefügt haben. Dies wurde am Mittwoch in der Landeshauptstadt bekannt. Als Grund gab der Mann an, dass das Baby laut geschrien habe. Der Grazer hatte am Dienstag knapp vor Mitternacht bei der Polizei Selbstanzeige erstattet, nachdem Mediziner an der Garzer Kinderklinik aufmerksam geworden waren. Dem Säugling gehe es "mittlerweile gut", so der Klinikchef. Der Vater wurde am späten Nachmittag noch einvernommen.

Die Kindesmutter hatte am vergangenen Donnerstag am Kopf ihrer Tochter über dem rechten Ohr eine Schwellung festgestellt. Der Kinderarzt überwies das kleine Mädchen an die Kinderchirurgie des LKH Graz, wo ein Schädelbruch und eine mögliche Rippenfraktur festgestellt wurde, so die Polizei. Vorerst gaben weder die Kindesmutter noch der inzwischen eingetroffene Kindesvater eine Erklärung zu den Verletzungen ab, dann aber gab der Vater im Krankenhaus an, dass ihm das Baby "aus dem Arm auf den Fliesenboden gefallen" sei.

Mann zeigte sich selbst an
Am Dienstag um 22.20 Uhr erschien der Mann dann in einer Polizeiinspektion in Graz und erstattete Selbstanzeige: Er habe seiner Tochter mit der Faust Schläge auf den Kopf versetzt. Die ermittelnden Beamten stellten daraufhin fest, dass der 30-Jährige bereits am 2. November in den Abendstunden dem Baby mit geballter Faust auf den Kopf geschlagen habe. Begründung: Er habe wegen des anhaltenden Schreiens des Kindes die Nerven verloren. Als danach das Baby weiter nicht aufhörte zu schreien, habe der Verdächtige den Kopf in eine Decke gedrückt, um zu verhindern, dass die Mutter die Schreie höre.

Am vergangenen Mittwoch habe das Baby laut dem Verdächtigen "wieder nicht zu schreien aufgehört", worauf er es wieder geschlagen haben dürfte. Am nächsten Tag sei dann der Mutter die Schwellung am Kopf aufgefallen. Der Mann wurde am Mittwochnachmittag ebenso wie die Mutter noch von der Polizei einvernommen.

Säugling geht es mittlerweile wieder gut
Nach Auskunft des Vorstands der Kinderchirurgie am LKH Graz, Michael Höllwarth, geht es dem Säugling mittlerweile "gut". Man habe nach Einlieferung des Kindes Verdacht geschöpft und die Kinderschutzgruppe eingeschaltet. Diese habe wiederum die Eltern mit dem Verdacht konfrontiert und das Jugendamt informiert, von wo aus ein Ausfolgeverbot verhängt wurde. Die Mutter will laut Polizei von Schlägen des Vaters nichts bemerkt haben.

Vermutlich sei es die Konfrontation mit dem Tatverdacht gewesen, die letztlich dazu geführt habe, dass der 30-Jährige Selbstanzeige erstattet habe, so Höllwarth, der auch Obmann des Vereins "Große schützen Kleine" ist. Im konkreten Fall sei nach Einlieferung der Ablauf und die Koordination der befassten Stellen jedenfalls optimal gelaufen. Vom Jugendamt hieß es, dass die Kleine im Krankenhaus bleibe, bis nach Gesprächen zwischen Sozialarbeitern, Klinik und Mutter die Betreuung sichergestellt sei. Dafür prüfe man auch "außerfamiliäre Ressourcen".(apa/red)

16.11.2005 10:37