Montag, 14. November 2005

Österreich trauert um Komponisten: Jenö Takacs 103-jährig in Eisenstadt gestorben!

  • Kulturlandesrat Bieler würdigt den Komponisten als "große Persönlichkeit der Musik in Österreich"

Der burgenländische Komponist Jenö Takacs ist am Montag im Alter von 103 Jahren im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt gestorben. Das teilte Kulturlandesrat Helmut Bieler (S) in einer Aussendung mit. Takacs, 1902 im damals noch westungarischen Siegendorf geboren, hat seit seinem 15. Lebensjahr komponiert und ein umfangreiches Oeuvre geschaffen, das weltweit Anklang gefunden hat.

"Eine große Persönlichkeit der Musik in Österreich hat für immer seinen Taktstock niedergelegt", würdigte Bieler den Verstorbenen. Takacs habe während seines Lebens die Kontinente bereist und den Kontakt mit den Großen seiner Zeit gepflogen.

Takacs habe an allen Stilen und Entwicklungen der Musik im 20. Jahrhundert aktiv teil genommen und sei doch in seinen burgenländischen Heimatort Siegendorf zurückgekehrt, wo er die vergangenen dreißig Jahre seinen Wohnsitz aufgeschlagen hat: "Sein Name nimmt in der kulturellen Biographie des Burgenlandes für das 20. Jahrhundert jene zentrale Position ein, die Joseph Haydn für das 18. und Franz Liszt für das 19. Jahrhundert besetzen."

Morak würdigt "Weltbürger der Musik"
Als "Weltbürger der Musik" würdigte Kunststaatssekretär Franz Morak Jenö Takacs. "Österreich hat einen Weltbürger der Musik verloren, der seiner Heimat als Komponist viele fremde Klangwelten erschlossen und damit das österreichische zeitgenössische Musikschaffen wesentlich mitgeprägt hat", so Morak in einer Aussendung.

Takacs habe "Errungenschaften der österreichischen Moderne" in die Länder hinaus getragen, in denen er wirkte. Sein Geburtsort und Alterssitz Siegendorf liege an der "Schnittlinie zwischen den wienerischen und ungarischen Traditionen und diesen beiden Wurzeln blieb der Kosmopolit bei all seinen Werken und seiner wissenschaftlichen Arbeit treu", so Morak.

"Für uns alle bleibt Jenö Takacs unvergessen", stellte auch Christian Heindl vom Wiener Musikverlag Doblinger fest. "Seit Beginn der Zusammenarbeit im Jahr 1926 war er uns in vielfacher Hinsicht wertvoller Ratgeber, Vorbild an humanistischer Gesinnung und beispielgebend in seiner Art, auch in schwierigen Situationen stets seinen tiefgründigen Humor zu bewahren", so Heindl.

Die Kultursprecherin der ÖVP Burgenland, Andrea Fraunschiel, sieht in Takacs Ableben "einen großen Verlust für den gesamten pannonischen Kulturraum". Er habe sich besondere Verdienste um die Musikbegeisterung der Jugend erworben und der Jugend weit über den burgenländischen Raum hinaus die Liebe zur Musik und die Begeisterung für das Musizieren näher gebracht.
(apa)

14.11.2005 12:44