Montag, 7. November 2005

Trend zum Billigflug weiter ungebrochen: Ryanair und Easyjet mit Passagier-Zuwachs

  • Rekordstand: 20-29 Prozent mehr Passagiere an Bord
  • Ryanair-Chef prophezeit dennoch Billigflieger-Sterben

Reisende fliegen nach wie vor gerne billig: Deshalb konnten Ryanair und Easyjet kürzlich gestiegene Passagierzahlen sowie ein verbessertes Ergebnis vermelden. Zudem prognostizierte der Ryanair-Chef Michael O´Leary ein Sterben der Billigfluglinien. Grund: Der hohe Kerosinpreis werde bereits kommenden Winter einige Airlines aus dem Markt drängen.

Der Trend zum Billigfliegen ist ungebrochen: Ryanair und Easyjet meldeten am 7. November deutlich gestiegene Passagierzahlen und ein verbessertes Ergebnis. Der größte europäische Billigflieger Ryanair konnte in den ersten sechs Monaten seines Geschäftsjahrs (Stichtag 30. September) seine Passagierzahlen um 29 Prozent auf insgesamt 18 Millionen steigern, wie das Unternehmen in London mitteilte.

Rekordhoch trotz erhöhter Flugbenzinpreise
Der Halbjahresgewinn stieg auf den Rekordstand von 237 Mio. Euro und verbesserte sich damit um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit sei es Ryanair gelungen, den mehr als verdoppelten Flugbenzinpreisen und dem erbitterten Wettbewerb in der Branche zu trotzen, erklärte Firmenchef Michael O'Leary. Mit Easyjet flogen in dem Ende Oktober abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt fast 30 Millionen Passagiere, das war gut ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz verbesserte sich um fast 22 Prozent auf umgerechnet rund zwei Mrd. Euro, wie Easyjet in London mitteilte. Für die Zukunft sagte Ryanair-Chef O'Leary ein Sterben unter den Billiganbietern voraus: Bereits im kommenden Winter werde der Druck der hohen Kerosinpreise einige Airlines aus dem Markt drängen, sagte er.

Die österreichische Konkurrenz schläft nicht
Flyniki bietet im Sommer wieder so genannte "City Shuttles" von Wien nach Rom und Zürich ab einem Preis von 29 Euro - inklusive Steuern und Gebühren - an. Alle weiteren Verbindungen - darunter Paris, London, Nürnberg oder Sonnenziele rund um das Mittelmeer, auf die Kanaren und nach Nordafrika - werden in den nächsten Wochen im Internet für Buchungen freigeschaltet. Niki Laudas Fluglinie, an der Air Berlin mit 24 Prozent beteiligt ist, peilt im laufenden Geschäftsjahr ein knapp positives Ergebnis an. Das ursprünglich geplante Ergebnis von 2 Mio. Euro Gewinn wurde durch die bereits erwähnten hohen Kerosinpreise zunichte gemacht. In den ersten neun Monaten beförderte die Airline 900.000 Fluggäste, um 19 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Auslastung liegt bei 80 Prozent. (APA)

7.11.2005 14:38