Mittwoch, 9. November 2005

,Diese verlogene Fernsehwelt!‘

Roland Düringer. Die Schattenseite seines fulminanten TV-Comebacks: Der Publikumsliebling des ORF rechnet schonungslos mit unserer Spaßgesellschaft und dem Unterhaltungsfernsehen ab.

Als spleeniger Beamter namens Breitfuß avancierte Roland Düringer in „MA 2412“ zum Sitcomstar des ORF, nun kehrte er als schmieriger Kriegsgewinnler namens Hasak auf den Bildschirm zurück: Fast eine Million Zuschauer verfolgte am Nationalfeiertag das TV-Comeback des Publikumslieblings im ersten Teil von Harald Sicheritz’ fünfteiligem Nachkriegsepos „Mutig in die neuen Zeiten“.

Zumal der Name der opulenten Heimatstudie für Düringer Programm ist: In NEWS rechnet der Kleinkünstler schonungslos mit unserem Unterhaltungs-TV und jener Spaßgesellschaft ab, für die es produziert wird.

NEWS: Herr Düringer, fast eine Million Österreicher verfolgte am Nationalfeiertag Teil eins des Nachkriegsepos „Mutig in die neuen Zeiten“. Warum sind Filme über die NS-Zeit und ihre Folgen in unserer schnelllebigen Medienwelt noch immer so verlässliche Quotenbringer?
Düringer: Weil wir zu dieser Zeit eben noch eine Form von bildhafter Nähe spüren. Gäbe es Dokumentarfilmmaterial von Gladiatorenkämpfen, so würde vielleicht das alte Rom boomen. Wir sollten da keine Kopflastigkeit unterstellen, die es nicht gibt: Die Zuseher lesen ja, bevor sie reinzappen, keine Inhaltsangaben oder Reclam-Hefterln, als würden sie sich auf ein Theaterstück vorbereiten. Die Quote ist für mich allerdings irrelevant, Produkte, nicht Stückzahlen machen mich glücklich.
NEWS: So vehement zu behaupten, dass einen Quote nicht kümmert – steckt da nicht ein wenig künstlerische Koketterie dahinter?
Düringer: Dass ich mit Quotengeilheit verbunden werde, liegt daran, dass es eine Zeit gab, in der ich die Stadthalle füllte. Ich akzeptiere, dass eine Bemessungsgrundlage für meine künstlerische Arbeit die Quote ist, sie darf aber kein Qualitätsersatz sein. Aber das wird sie leider immer mehr: Nehmen Sie zum Beispiel „Dancing Stars“. Gute Quoten – aber um Gottes Willen, was ist das?! Was soll das?! Ich verstehe es nicht.

Das ganze Interview lesen Sie im neuen NEWS

9.11.2005 16:36