Mittwoch, 9. November 2005

,Afrika braucht uns‘

DIE FÜRSTIN UND DER BARDE. Therese Schwarzenberg und Wolfgang Ambros als gemeinsame Nothelfer der Armen und Kranken in Kenia. Ein NEWS-Lokalaugenschein.

Die bürokratischen Mühlen gehen in Kenia so langsam wie der Mombasa-Express. Und der ist nicht etwa ein Eisenbahnzug, sondern ein seine Beine unendlich bedachtsam ordnender Tausendfüßler. Der wiederum gilt als Metapher für den kenianischen Lebensrhythmus. Ein ungewöhnliches Paar will in diesem Land, in dem die Zeit keine Rolle spielt, dennoch etwas bewegen: Fürstin Therese Schwarzenberg, 64, und Sänger Wolfgang Ambros, 52, arbeiten an der Errichtung des „Austrian Medical Referral Center Kwale“ – medizinische Grundversorgung für 500.000 Kenianer ist das Ziel.

Wilde Natur, weiches Herz. Die Ärztin aus der Hocharistokratie und der Austropopper logieren am weißen Diani Beach nahe Mombasa. Zwei manisch Nichtsesshafte haben einander da zum wohltätigen Zweck gefunden. Sie hielt es schon als junge Fürstin nicht zuhause: „Ich bin abgehauen.“ Er über die Reisen der Jugendzeit: „Es war fast wie ein Zwang zu reisen.“

Nun treffen einander die Individualisten in Kenia. Dort ist er als „Wolf“ bekannt, und sie trägt den Titel „Mama Theresa“. Die in komplizierten Scheidungsverhältnissen lebende Ehefrau des Fürsten, Großgrundbesitzers und Politikers Karl Schwarzenberg kam nach einem verheerenden Skiunfall praktisch gelähmt nach Kenia und trainierte sich in der Ruhe und im heilenden Klima Afrikas ins Leben zurück. Mit Ambros verbindet sie nicht nur die Liebe zum Land. Vor zwei Jahren traf man einander im Flugzeug, jetzt ist man befreundet. Beider Leben liefert genug Stoff für Tischgespräche: Ehekrisen, Affären und Unfälle bestimmten die vergangenen Jahre. Jetzt ist Ruhe eingekehrt und die Zeit reif, an andere zu denken.

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200.000 Euro für Ambros’ Hilfsaktion fehlen


Medical Referral Center: Mithilfe von Spendengeldern will Wolfgang Ambros in Kwale ein Regierungsspital renovieren und so die medizinische Grundversorgung gewährleisten. Für die Errichtung benötigt das Hilfsprojekt 200.000 Euro Startkapital. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet:
Kto. Nr. 09565555101,
BLZ 12000, BA-CA.
Name: Austrian Medical Center.

9.11.2005 16:32