Mittwoch, 9. November 2005

Der Professor soll es richten

ALLES NEU BEI AUSTRIA. Ex-Sturm-Trainer Ivica Osim im Anflug auf Wien, violette Traditionalisten proben den Aufstand mit neuen Sponsoren: es herrscht Unruhe in Favoriten.

Das Treffen fand unter strengster Geheimhaltung statt. Samstag, 1. Oktober, Josefstädter Straße 15 im achten Wiener Gemeindebezirk. Was die beiden grauhaarigen Herren bei einem gepflegten Gläschen Rotwein im Restaurant „Fromme Helene“ eifrig diskutierten, hatte es in sich. Nach einigem Hin und Her waren sich Multimillionär Frank Stronach, 73, und Ivica Osim, 64, aber letztlich doch sehr schnell einig. Der Ex-Sturm-Erfolgstrainer soll aus Japan heimkehren und mit Jänner 2006 die Wiener Austria als Trainer übernehmen. Bevor man sich trennte, wur-
de noch schnell, wie unter Gentlemen üblich, absolutes Stillschweigen vereinbart.

Alles klar mit Osim? Ein Geheimpakt mit weit reichenden Folgen. Zwei Tage zuvor war die Austria trotz eines 2:1-Erfolges (0:1 im Hinspiel) gegen Viking Stavanger in der ersten Runde des UEFA-Cups ausgeschieden. Eine bittere Niederlage nach dem Erreichen des Viertelfinales im Vorjahr. Der Schein trügt bis heute. Auch wenn die Veilchen im letzten Meisterschaftsspiel gegen Pasching endlich wieder einen Sieg einfahren konnten, ist Feuer am Dach. Nächste Woche kommt Mäzen Stronach nach Österreich – und dann wird Tacheles geredet. Das sportliche Tandem Peter Stöger / Frenkie Schinkels wird wohl erfahren, dass es von Anfang an nur als Übergangslösung gedacht war und seine Ablöse mit Jahresende beschlossen ist.

Mit der wiederholten Inthronisierung eines neuen Trainers setzt sich bei den Wienern die violette Tradition fort. Seit Stronach beim Klub anschafft, ist kein einziger Übungsleiter länger als eine Saison im Amt geblieben. Warum sollte es diesmal anders sein? Mit Ivica Osim würde ein großer Trainer auf die heimische Fußballbühne zurückkehren. Der gebürtige Bosnier feierte nicht nur herausragende Erfolge mit Sturm Graz (2x Meister, 3x in der Champions League) und als Teamchef von Ex-Jugoslawien, auch in Japan hat er seine Handschrift hinterlassen.

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS

9.11.2005 16:27