Karriere bei Wiener Hofreitschule: Dressur-Olympiasiegerin Max-Theurer Aufsichtsrat
- Von Landwirtschaftsminister Josef Pröll (V) ernannt
- Max-Theurer will Unternehmen an Weltspitze führen
Sissy Max-Theurer, Dressur-Olympiasiegerin von 1980 in Moskau, ist die neue Nummer eins im Aufsichtsrat der Spanischen Hofreitschule. Bestellt wurde Max-Theurer von Landwirtschaftsminister Josef Pröll (V). Sie hat sich u.a. zum Ziel gesetzt, das Traditionsunternehmen an die Weltspitze zu führen und aus jungen Talenten Top-Reiter zu formen.
Das meldet die "Kronenzeitung" in ihrer Freitagausgabe. Weiters soll Max-Theurer das Unternehmen repräsentieren und auch eine Rolle bei der Stärkung der Zucht im Gestüt in Piber spielen. Im Landwirtschaftsausschuss am Donnerstag im Parlament hatte Pröll erklärt, dass der Standort Piber "klar abgesichert" werde und er die derzeitige Diskussion in der Steiermark verwundert sei. In kaum einem anderen Betrieb sei so viel in die Zukunft investiert worden wie in diesem Gestüt, sagte Pröll.
Außerdem gebe es in Wetzdorf (NÖ) auch ein neues Sommerquartier für die Pferde. Es sei daher völlig kontraproduktiv, wenn der Standort in der eigenen Region hinterfragt werde, sagte der Minister. Diese öffentliche Debatte schade nur der hohen Schule der Reitkunst. Auch Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch (V) betonte, dass das Bundesgestüt Piber nicht in Frage stehe: "Es steht außer Streit, dass dieser touristische Leitbetrieb für die Region Weststeiermark erhalten bleiben wird, auch wenn manche versuchen, Angst und Unsicherheit zu verbreiten."
Max-Theurer muss sich in Aufgabe einarbeiten
In wenigen Tagen wird die österreichische Dressur-Olympiasiegerin des Jahres 1980, Sissy Max-Theurer, Vize-Aufsichtsratspräsidentin der Spanischen Hofreitschule in Wien werden. Leicht fiel ihr die Entscheidung nicht. "Ich habe schon Bedenkzeit gebraucht", gab Sissy Max-Theurer gegenüber der APA offen zu, das Angebot nicht sofort angenommen zu haben. Allerdings liege ihr sehr viel an diesem Kulturgut und der Erhaltung des Gestüts in Piber. "Wenn ich hier etwas Positives einbringen kann, dann muss ich es machen."
Ihre Bestellung sei ein Signal für die Zukunft. Deshalb habe man dies so früh bekannt gegeben, obwohl das Mandat des alten Aufsichtsrats erst am 24. November ausläuft. "Ich werde mich erst in die Materie einarbeiten müssen", erklärte Sissy Max-Theurer, derzeit auch Präsidentin des Österreichischen Bundesfachverbandes für Reiten und Fahren. Fix ist jedoch schon, dass sie als Sprecherin des Aufsichtsrats vor allem ihre Kernkompetenz einbringen möchte. Sie wird daher in allen Pferdefragen und in der Ausbildung besonders aktiv werden, kündigte sie in einem Telefonat aus Monaco an.
Auch das Operative sei sehr wichtig - und mit dem jetzigen Geschäftsführer Armin Aigner sei eine sehr kompetente Person gefunden worden. Mit ihm sollen auch zwei Stellen neu besetzt werden: Ein Fachmann für Piber sowie ein Reitlehrer in Wien.
Bedeutend ist Max-Theurer zufolge ein Akzent in Richtung Piber in Sachen Erhaltung des Gestüts. Was das neue touristische Konzept betrifft, dürfe man nicht sofort Wunder erwarten. "Auch hier muss ich mir erst ein Bild machen." Allerdings arbeitet sie sehr gerne kreativ - und es würden ihr schon einige Vorschläge einfallen, die dann präsentiert würden. (apa)

