Donnerstag, 10. November 2005

NEWS-Interview: Tamiflu-Erfinder Bischofberger über seinen Millionenseller

  • "Geld nur Nebenwirkung, was zählt, ist der Wirkstoff"

Der Tamiflu-Erfinder im NEWS-Interview: Norbert Bischofberger über seinen Millionenseller und seinen Werdegang.

NEWS: Heute sind Sie als Tamiflu-Erfinder ein hoch angesehener Wissenschaftler und mit Gilead an einem höchst profitablen US-Unternehmen beteiligt. Wie hat Ihre Karriere eigentlich begonnen?

Norbert Bischofberger: Ich habe schon mit sechs oder sieben Jahren einen Chemiebaukasten gehabt und etwas später mit Unkrautsalz und Zucker Postkästen gesprengt. Anschließend habe ich in Innsbruck Chemie studiert, bin nach Zürich auf die Hochschule gegangen und habe ein Stipendium für Harvard bekommen. Etwas später kam ich dann zu einer der führenden Biotechnologiefirmen in den USA, zu Genentech.

NEWS: Wann und wo haben Sie das Grippemittel Tamiflu erfunden?

Bischofberger: 1990 bin ich zu Gilead nach San Francisco gekommen, damals ein ganz kleines Unternehmen mit 25 Mitarbeitern. Ich habe dort an antiviralen und entzündungshemmenden Medikamenten sowie im Bereich der Krebsforschung gearbeitet. Die Suche nach Wirkstoffen gegen Influenza war auch eines der Projekte. 1993 habe ich ein Antigrippemittel entdeckt. Es war kein reiner Zufall, aber ein bisschen Glück ist immer dabei. Wir haben Tamiflu dann getestet, und es hat gewirkt. Seit 1999 ist Tamiflu in den USA zugelassen.

NEWS: Sie sind an der Firma selbst beteiligt - kein schlechtes Geschäft.

Bischofberger: Ich halte 0,35 Prozent von Gilead. Ich bin sehr erfolgreich, das stimmt. Geldverdienen ist aber nur eine Nebenwirkung - was wirklich zählt, ist der Grippewirkstoff.

NEWS: Wenn tatsächlich eine Pandemie ausbricht, sind Sie dann der Retter der Welt?

Bischofberger: Ich will nicht der Held der Welt sein, aber es ist ein sehr gutes Gefühl, wenn man Gutes für die Welt tun kann.

Das ganze Interview finden Sie im aktuellen NEWS!

10.11.2005 11:09