Mittwoch, 9. November 2005

Milliardengewinn bei Deutscher Telekom:
2,4 Mrd. Euro Überschuss im dritten Quartal

  • Abbau von 32.000 Jobs bringt weitere Einsparungen
  • Gewerkschaft gegen Streichung, Konzern ungerührt

Die Deutsche Telekom hat im dritten Quartal wieder einen Milliarden-Gewinn eingefahren. Der Überschuss betrug gut 2,4 Mrd. Euro nach einem Minus von 1,36 Mrd. Euro im Vorjahresquartal, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Bonn mit. Seit Anfang des Jahres verdiente der Deutsche Telekom-Konzern damit 4,37 Mrd. Euro gegenüber einem Verlust von 150 Mio. Euro ein Jahr zuvor.

Trotz des kräftigen Gewinns hatte Europas größter Telekom-Konzern vergangene Woche mit dem Plan zum Abbau von 32.000 Arbeitsplätzen für Aufregung gesorgt. Vorstandschef Kai-Uwe Ricke erwartet dadurch weitere Einsparungen in Milliardenhöhe. Durch den Jobabbau über die kommenden drei Jahre sollen die jährlichen Kosten vom Jahr 2009 an um 1,7 Mrd. Euro gedrückt werden, geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Präsentation Rickes hervor. Die Kosten dafür werden auf 3,3 Milliarden Euro beziffert.

Unter anderem die Gewerkschaften kritisierten die Streichungen mit Blick auf die Milliarden-Gewinne scharf. Ricke verweist jedoch darauf, dass der Konzern im harten Wettbewerb die Kosten weiter senken und Überkapazitäten abbauen müsse.

Im dritten Quartal hat die Deutsche Telekom jedoch ihren Umsatz vorerst weiter erhöht - um 4,8 Prozent auf 15 Mrd. Euro. Das Unternehmen profitierte vor allem von Zuwächsen im Mobilfunk. Die Mobilfunk-Tochter T-Mobile steigerte im dritten Quartal die Zahl der Kunden um 2,2 Mio. Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 3,7 auf 5,5 Mrd. Euro, teilte der Konzern am Mittwoch in Bonn mit. Analysten hatten einen Umsatz von 14,9 Milliarden Euro, ein bereinigtes EBITDA von 5,4 Milliarden Euro erwartet.

Die Deutsche Telekom bekräftigte ihre Prognose für das Gesamtjahr, wonach im Gesamtjahr ein bereinigtes EBITDA von 20,7 bis 21 Mrd. Euro erwartet wird. Im kommenden Jahr will die Deutsche Telekom 1,2 Mrd. Euro zusätzlich ausgeben, um ihre Marktposition zu verteidigen, hieß es weiter. Dadurch werde der operative Gewinn etwas geringer als 2005 sein. Im Jahr 2007 solle sich die größere Kundenbasis dann wieder in Gewinnzuwächsen niederschlagen.

Ricke hatte mehrfach betont, die Deutsche Telekom werde auch einen zeitweisen Ergebnisrückgang hinnehmen, um Marktanteile gegen den wachsenden Druck der Wettbewerber zu halten.

(apa/red)

9.11.2005 08:15