Dienstag, 8. November 2005

Deutsche stehen auf Wein aus Österreich: Nachbarn wollen aber nur die Billigprodukte

  • Österreichische Rotweineinfuhren nahmen leicht ab

Deutsche trinken immer mehr und immer billigeren Weißwein aus Österreich. Rotwein in hoher Qualität wird dagegen in geringeren Mengen ins Nachbarland exportiert. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden anlässlich der Weinmesse Forum Vini (11. bis 13. November in München) mit.

Mit 1,2 Mrd. Liter zu einem Einfuhrwert von 1,5 Mrd. Euro hat Deutschland im Jahr 2004 soviel Wein importiert wie noch nie zuvor. 32,6 Mio. Liter davon hat Österreich geliefert - und belegt damit den Rang acht unter den Lieferanten. Gegenüber dem Jahr 2001 (23 Mio. Liter) konnte Österreich seinen Weinexport ins Nachbarland um fast zehn Mio. Liter steigern.

Zuwachs alleinig auf Weißwein-Konto
Allerdings beschränkt sich dieser Zuwachs allein auf den Weißwein. Der Rotweinexport nach Deutschland ist sogar leicht gesunken. Waren 2001 noch knapp die Hälfte der exportierten Weine rot, so machte der Rotwein 2004 nicht einmal mehr ein Drittel (7,3 Mio. Liter) des Gesamtvolumens mehr aus.

"Der Anteil an weißem Wein ist bereits in der Produktion in Österreich größer", weiß Walter Pöschl, österreichischer Handelsdelegierter in Berlin. Beim Rotwein haben die österreichischen Winzer in den vergangenen Jahren laut Pöschl nicht eine mengenmäßige, dafür aber eine qualitative Steigerung erzielen können.

Literpreis ging etwas zurück
Der durchschnittliche Literpreis für den österreichischen Wein lag im vergangenen Jahr gegenüber 2001 etwas niedriger (0,88 Euro gegenüber 0,96 Euro pro Liter). Während der Weißwein im letzten Jahr im Durchschnitt 0,7 Euro pro Liter kostete (2001: 0,8 Euro/Liter), wurde der Rotwein teurer.

Pöschl gibt sich von dieser Entwicklung nicht erstaunt: "Zugenommen hat in erster Linie die Ausfuhr von Wein aus der Massenproduktion - womit sich der Durchschnittspreis senkt." Massenware gebe es aber nur bei weißem Wein. Im Bereich Rotwein würden eher Weine in Spitzenqualität exportiert - zu höheren Preisen und in kleineren Mengen. "Beide Segmente sind aber notwendig und bedingen sich gegenseitig", betont der Handelsdelegierte im Gespräch mit der APA. "Wenn dank des Spitzenweins das Image des österreichischen Weins steigt, dann profitiert davon auch die Massenproduktion."

Deutschlands Hauptlieferanten für Wein waren nach der jüngsten Statistik 2004 Italien mit einem Volumen von 408 Mio. Litern, Spanien (229 Mio. Liter) und Frankreich (225 Mio. Liter). Der durchschnittliche Literpreis für importierten Rotwein lag bei 1,51 Euro, für Weißwein bei 0,89 Euro.
(apa)

8.11.2005 18:53