Bodenseeschifffahrt geht an Vorarlberger Illwerke: Vertragsverhandlungen dauern an
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Die Vertragsverhandlungen zwischen Vertretern der ÖBB und der Vorarlberger Illwerke AG um den Verkauf der Bodensee-Schifffahrt dauerten am Mittwoch den ganzen Tag über an. Ein Ende der Gespräche war nach Angaben von Illwerke-Vorstandsvorsitzenden Ludwig Summer gegenüber der APA am frühen Abend noch nicht absehbar. Christof Germann, Illwerke-Vorstand und als Verhandler in Wien, begründete die Länge der Verhandlungen gegenüber ORF Radio Vorarlberg mit "sehr umfangreichen Vertragskonvoluten, die im Detail durchgearbeitet werden müssen".
Germann sagte am frühen Nachmittag, "dass die Gespräche auf einem guten Weg sind" und in einem guten Klima ablaufen würden. Beide Seiten seien daran interessiert, dass die Verträge schnellstmöglich abgeschlossen werden. Der Vorarlberger Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V) hatte sich am Dienstag optimistisch gezeigt, dass am Mittwoch die letzten offenen Vertragsfragen geklärt werden könnten. Auch eine ÖBB-Sprecherin bestätigte am Mittwoch auf APA-Anfrage: "Die Vertragsverhandlungen sind in der Endrunde. Die Verträge sollen nächste Woche unterzeichnet werden."
Zwischen ÖBB, der Vorarlberger Illwerke AG und dem Touristikunternehmen Walter Klaus besteht eine Grundsatzeinigung über den Verkauf der Bodensee-Schifffahrt. Diese sieht vor, dass die ÖBB die Bodensee-Schifffahrt sowie die dazu gehörenden Liegenschaften um 6,92 Mio. Euro verkaufen. An der neuen Schifffahrtsgesellschaft, die die Bodenseeflotte übernimmt, werden die Vorarlberger Illwerke AG 74,9 Prozent sowie der Montafoner Touristikunternehmer Walter Klaus 25,1 Prozent halten. Während Klaus den Schiffsbetrieb führen wird, werden die Illwerke über weit reichende Rechte verfügen. So können die Illwerke alleine über Namensgebung der Schiffe oder Fragen des Linienverkehrs entscheiden.
Als Käufer für die Liegenschaften der ÖBB wird hingegen die Seestadt GmbH auftreten. Diese befindet sich zu 75 Prozent im Besitz der Vorarlberger Illwerke, die Landes- und Hypothekenbank Vorarlberg hält 20 Prozent, die Stadt Bregenz 5 Prozent. Klaus wird Nutzungsrechte an den Liegenschaften haben. Das ÖBB-Hafenareal umfasst 72.000 Quadratmeter Grundfläche, auf denen sich etwa ein Hafenrestaurant und Werkstätten befinden.
Die Genehmigung des Deals durch den ÖBB-Aufsichtsrat ist noch ausständig, ebenso die Bilanzerstellung für die neue Gesellschaft. Mit einem formellen Abschluss des Verkaufs (Closing) wird nicht vor 2006 gerechnet.
Die Vorstandsdirektorin des ÖBB-Personenverkehrs, Wilhelmine Goldmann, bezeichnete am Mittwoch den Verkaufspreis von 6,92 Mio. als "in Ordnung". Sie betonte, dass der Ablauf der Verkaufsverhandlungen korrekt abgewickelt worden sei. Infrastrukturminister Hubert Gorbach (B) habe auf die Entscheidungen keinerlei Einfluss genommen. Kritik an Gorbach wurde wie schon Tags zuvor von der SPÖ geübt. "Das ist ein Musterfall an Unvereinbarkeit", sagte Parteichef Alfred Gusenbauer.
(apa)
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