Freitag, 11. November 2005

Favoriten zeigen keine Nerven: Tschechien und Spanien mit einem Bein bei der WM '06

  • Garcia-Hattrick bei Sieg der Iberer gegen Slowakei
  • Auch Schweiz und Uruguay mit guten WM-Chancen

Spanien hat mit einem 5:1-Heimsieg gegen die Slowakei den Sprung zur Fußball-WM 2006 schon fast geschafft. Nach dem Kantersieg im Playoff-Hinspiel am Samstag ist den Iberern das Deutschland-Ticket kaum noch zu nehmen. Auch die Schweiz, Tschechien und Uruguay vergrößerten mit Erfolgen gegen die Türkei, Norwegen und Australien ihre Chancen auf die Endrunde. Trinidad/Tobago kam vor eigenem Publikum nur zu einem 1:1 gegen Bahrain. Die endgültigen Entscheidungen fallen in den Rückspielen am Mittwoch.

Mann des Abends im ausverkauften Madrider Vicente-Calderon-Stadion war Liverpool-Stürmer Luis Garcia. Vor den Augen von König Juan Carlos schoss er gleich drei Tore, hatte durch einen Fehlpass allerdings auch den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer der Slowaken zum 2:1 zu verantworten. "Mein Fehler hat uns nach der Pause ein bisschen nervös gemacht, aber wir haben noch ein großartiges Ergebnis erzielt", sagte Garcia. Teamchef Luis Aragones war die Erleichterung anzusehen. "Wir haben einen gewaltigen Schritt zur WM gemacht."

Sein Team stand nach dem schmählichen Ausscheiden bei der EURO 2004 und der durchwachsenen WM-Qualifikation (hinter Serbien-Montenegro) unter Druck, schließlich hatte sich die fußballverrückte Nation für die vergangenen sieben Weltmeisterschaften qualifiziert. Für die Slowaken, bei denen der Rapidler Peter Hlinka durchspielte und der Austrianer Vladimir Janocko in der 73. Minute eingewechselt wurde, ist der WM-Traum jedoch bereits nach der ersten Partie wohl geplatzt. Der slowakische Teamchef Dusan Galis hatte im italienischen Referee Massimo de Santis den Schuldigen ausgemacht. "Mit 11 gegen 14 kann man nicht gewinnen", schimpfte der Coach, der von de Santis auf die Tribüne verbannt wurde.

Matchwinner der Tschechen war Vladimir Smicer. Der Stürmer von Girondins Bordeaux schoss im verregneten Oslo gegen Norwegen (ohne Austria-Goalgetter Sigurd Rushfeldt) das einzige Tor des Abends. "Wir sind nach Oslo gekommen, um zu gewinnen oder zumindest ein Tor zu schießen", sagte Smicer nach dem Abpfiff. "Jetzt haben wir beides geschafft und werden uns für das Rückspiel gut erholen."

Als "fantastisches Resultat" feierte der Schweizer Trainer Jakob "Köbi" Kuhn den 2:0-Sieg in Bern gegen die Türkei, den mit Philippe Senderos und Valon Behrami zwei Youngster sicherstellten. Mit einer starken Leistung legten die Eidgenossen im ausverkauften Stade de Suisse den Grundstein für ihre erste WM-Teilnahme seit 1994. Dagegen ging das Rezept des WM-Dritten, ein 0:0 über die Zeit zu bringen, nicht auf. Nach der ersten Auswärts-Niederlage in der laufenden WM-Qualifikation könnte das zweite Großereignis in Folge ohne die Türken über die Bühne gehen.

Im Centenario-Stadion von Montevideo hielt Australiens Torhüter Mark Schwarzer beim 0:1 gegen Uruguay seine Mannschaft im WM-Rennen, als er drei Minuten vor dem Ende einen Schuss von Alvaro Recoba spektakulär meisterte. Für das Rückspiel am Mittwoch in Sydney bangen die Südamerikaner um den Einsatz von Top-Stürmer Diego Forlan, der nach einer Muskelverletzung früh ausgewechselt werden musste.


Ergebnisse der WM-Playoff-Spiele:

Norwegen - Tschechien 0:1 (0:1)
Tor: Smicer (32.)

Schweiz - Türkei 2:0 (1:0)
Tore: Senderos (41.), Behrami (86.)

Spanien - Slowakei 5:1 (2:0)
Tore: Garcia (10., 18. 74.), Torres (65./Elfmeter), Morientes (79.) bzw. Nemeth (49.).
Gelb-Rote Karte: Had (64./Slowakei)

Uruguay - Australien 1:0 (1:0)
Tor: D. Rodriguez (36.)

Trinidad/Tobago - Bahrain 1:1 (0:0)
Tore: Christopher Birchall (77.) bzw. Salman Husein (72.)

(apa/red)

11.11.2005 13:36