Mittwoch, 9. November 2005

14,5 Prozent mehr Fans in den Stadien: Salzburgs Bullen als neuer Publikumsmagnet

  • Insgesamt 717.553 Zuschauer bei den 90 Spielen
    Bei Salzburger Heimspielen im Schnitt 13.954 Fans
    Admira hinten nach: Nicht einmal 3.000 Fans/Spiel
  • Erste Liga: Plus von 6,6 Prozent in erster Saisonhälfte

Die erste Hälfte der Saison 2005/06 hat der österreichischen Fußball-Bundesliga ein kräftiges Zuschauerplus von 14,5 Prozent beschert. Laut offiziellen Angaben pilgerten insgesamt 717.553 Fans zu den 90 Spielen der ersten 18 Runden, was einen Schnitt von 7.973 ergibt. Im Vergleichzeitraum des Vorjahres hatten 626.948 Personen (Schnitt: 6.966) die Drehkreuze passiert.

Bundesliga-Vorstand Georg Pangl wertete den Anstieg "als deutliches Zeichen dafür, dass das Interesse an der Bundesliga und ihren Klubs alles andere als gesunken ist. Das ist ein Fingerzeig für Sponsoren und Partner, bestehende und zukünftige", erklärte der Burgenländer.

Salzburg neuer Publikumsmagnet
Der Löwenanteil an der Steigerung geht auf das Konto von Herbstmeister Red Bull Salzburg, zu dessen Heimspielen laut Bundesliga 125.590 Zuschauer (Schnitt: 13.954) kamen, was einem Zuwachs von 70,5 Prozent entspricht. Diese Angaben beziehen sich so wie alle anderen auf die von den jeweiligen Klubs mit der Bundesliga abgerechneten Karten.

Verwirrung um Salzburger Zahlen
Die Zahlen der Mozartstädter liegen damit deutlich unter den Vereinsangaben, was bei den Klubverantwortlichen Unverständnis hervorrief und unter anderem damit begründet wurde, dass jene der 6.335 Abo-Besitzer, die zu gewissen Partien nicht ins Stadion kamen, in der jeweiligen Spiel-Statistik auch nicht inkludiert sind. Außerdem wurden demnach die rund 900 Personen in den VIP-Bereichen nicht eingerechnet. Diese Faktoren miteinbezogen, liegt der Schnitt des Tabellenführers laut Pressesprecher Thomas Blazek bei rund 16.500.

Rapid nur mehr auf Platz 2
So oder so verwies der Tabellenführer den bisherigen Krösus Rapid auf Rang zwei. Als Trost bleibt den Hütteldorfern, dass sich die Gesamtzuschauerzahl im Hanappi-Stadion im Vergleich zur ersten Saisonhälfte des Vorjahres um 1,1 Prozent auf 116.507 (Schnitt: 12.945) erhöhte. Rang drei geht an die Mattersburger (Gesamt: 92.267/Schnitt 10.252), deren Fan-Zuspruch allerdings um 9 Prozent zurückging.

Admira auch bei Zuschauern mit roter Laterne
Abgeschlagenes Schlusslicht in dieser Rangliste ist wie auch in der Tabelle die Admira (Gesamt: 26.388/Schnitt: 2.932), die sich aber immerhin um 44,6 Prozent steigerte. Das am besten besuchte Spiel war das Wiener Derby Rapid - Austria mit 17.467 Personen gefolgt von Rapid - Sturm (16.222) und Mattersburg - Rapid (15.814).

Plus auch in der Red Zac Liga
Positive Zahlen hat auch die Red-Zac-Erste Liga zu vermelden. Insgesamt 151.585 Fans kamen zu den ersten 90 Partien der zweithöchsten österreichischen Spielklasse, was einen Schnitt von 1.684 und ein Plus von 6,6 Prozent bedeutet. Zuschauermagnet war Austria Lustenau (Gesamt: 32.908/Schnitt: 3.656/+ 22,3 Prozent).

T-Mobile-Bundesliga:
KlubGesamtpro SpielVergleich 04/05
Red Bull Salzburg125.59013.954+70,5 Prozent
SK Rapid Wien116.50712.945+1,1
SV Mattersburg92.26710.252-9,0
SK Sturm Graz85.1419.460+45,1
GAK70.3547.817-5,0
FK Austria Wien61.1236.791+11,0
FC Wacker Tirol54.2916.032- 14,0
SV Ried47.7435.305Red Zac Liga
Superfund Pasching38.1494.239+7,8
Admira26.3882.932+44,6
Gesamt717.5537.973+14,5

Spiele mit den meisten Zuschauern:
Rapid - Austria (5. Runde): 17.467
Rapid - Sturm (1. Runde): 16.222
Mattersburg - Rapid (17. Runde): 15.823
Rapid - Salzburg (14. Runde): 15.814
Salzburg - Mattersburg (2. Runde): 15.705

Red Zac Erste Liga:
KlubGesamtpro SpielVergleich 04/05
Austria Lustenau32.9083.656+22,3
LASK Linz30.3843.376+76,5
SCR Altach29.6113.290+114,3
FC Kärnten19.2312.137- 20
Schwanenstadt10.4581.162Regionalliga
Austria Amateure10.4251.158Regionalliga
DSV Leoben5.657629- 8,1
Kapfenberg4.651517- 48,0
FC Kufstein4.246472Regionalliga
FC Gratkorn4.014446- 54,1
Gesamt151.5851.684+6,6

Spiele mit den meisten Zuschauern:
Lustenau - Altach (7. Runde): 6.098
Altach - Lustenau (17. Runde): 5.452
LASK - Kärnten (16. Runde): 4.845
LASK - Kapfenberg (1. Runde): 4.585
Altach - Austria Amateure (15. Runde): 4.365

Mattersburg profitierte vom Österreicher-Topf am meisten
Der SV Mattersburg hat am meisten vom Österreicher-Top profitiert. Die Burgenländer kassierten in den ersten beiden Quartalen über 376.000 Euro, dahinter folgen der GAK (rund 373.000) und SV Ried (knapp 360.000 Euro).

Aus dem Österreicher-Topf werden im gesamten Spieljahr über vier Quartale verteilt knapp 5,5 Mio. Euro (4,5 Mio. aus Premiere-TV-Geld plus 1 Mio. vom ÖFB) an die zehn Bundesligisten ausgeschüttet. Der genaue Verteilungsschlüssel hängt von der Minutenanzahl der eingesetzten heimischen Spieler (Einsatzminuten von U21-berechtigten Kickern zählen doppelt) ab.

In der laufenden Saison wurden die Zugangskriterien verschärft. So müssen neun für das österreichischen Nationalteam selektionierbare Spieler pro Klub auf jedem Spielbericht aufscheinen, wobei Auswertungen und Abrechnungen quartalsmäßig erfolgen. Die Wiener Austria hielt sich weder im ersten noch im zweiten Viertel an diese Vorgaben und kommt damit nicht in den Genuss der Finanzspritze.

Langsam aber sicher zeigt der Österreicher-Topf auch Wirkung: Der Anteil der eingesetzten Österreicher hat sich im Vergleichszeitraum des Vorjahres von 55 auf 57,3 Prozent erhöht.

In der Red Zac Ersten Liga lautet das Verhältnis zwischen Österreicher und Legionären sogar 80,5:19,5 Prozent. Grund dafür sind die Bestimmungen, wonach pro Klub je drei U21- und U23-berechtigte heimische Kicker - mindestens einer davon in der Grundaufstellung - aufscheinen müssen. Außerdem darf jeder Verein nur maximal drei Ausländer einsetzen.
(apa)

9.11.2005 14:00