Neo-Rapid-Trainer Zellhofer: "Meine Vision von Rapid ist ein rot-weiß-rotes Chelsea"
- "Die Latte liegt für mich weit über der Plafondhöhe"
- Ex-Pasching-Coach über seine Pläne mit den Wienern

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Neun Jahre oder genau 3.338 Tagen dauerte die Ära von Superfund-Coach Georg Zellhofer in Pasching. Am Sonntag endete seine Trainertätigkeit in der Linzer Vorstadt mit einer Niederlage gegen die Wiener Austria. Zu deren Lokalrivale Rapid Wien wechselt der 45-Jährige per 1. Jänner 2006 und löst dort den designierten Nationaltrainer Pepi Hickersberger ab. Was er mit seinem neuen Verein vor hat, verriet der Oberösterreicher in einem Interview.
Im Interview mit der Wiener Gratiszeitung "Heute" erklärt Zellhofer seinen Wechsel von Oberösterreich nach Wien damit, dass man so eine Chance wie Rapid einfach ergreifen müsse, obwohl er eigentlich nie Karriere machen wollte: "Wenn Pasching nicht so einen kometenhaften Aufstieg hingelegt hätte, würde es den Trainer Zellhofer heute nicht geben. In Pasching ist meine "Schule" zu Ende, nun komme ich in Hütteldorf in die nächsthöhere.
Was er in dieser nächsten Schulstufe vor hat, erklärt der Erfolgscoach wie folgt: "Meine allgemeine Philosophie ist ein Fußball, wie Chelsea ihn spielt: Neun Kicker sprinten nach dem Ball, viel Laufarbeit und Top-Fitness." Fehlendes Spielermaterial und Budget müsse man durch Fans und Kameradschaft wettmachen. Seine Latte liege "in Wahrheit extrem hoch, sogar über Plafondhöhe", ist sich Zellhofer bewusst. "Ich stehe am Liebsten den ganzen Tag am Platz, bin kein Bürohengst. Ich trage lieber Trainingsanzug als Sakko. Mein Kredo ist Fleiß und Bildung."
Doch bevor der 45-Jährige seine neue Aufgabe antritt, will er bis Ende des Jahres "abschalten, nachdenken, Wohnung suchen und in der Kraftkammer fit werden", bevor am 8. Dezember das erste Gespräche mit den Rapid-Spielern führen wird.
Mit seinem vorzeitigen und auch wehmütigem Abschied aus Pasching wollte Zellhofer seinen "Kickern alle Ausreden für schlechte Leistungen nehmen." Außerdem wollte der Erfolgscoach am 3. Dezember nicht als Pasching-Trainer nach Hütteldorf reisen: "Ein Hexenkessel, man hätte meine Loyalität in Frage gestellt."
(red)
