Auf deutscher Seite: Giftanschlag auf Wasserversorgung des Bodensees
- Zwei Kanister mit Pflanzenschutzmitteln versenkt
Auf die Bodensee-Wasserversorgung (BWV) in Deutschland ist ein Giftanschlag verübt worden. Ein unbekannter Täter habe zwei geöffnete Kanister mit Pflanzenschutzmitteln versenkt und mit weiteren Anschlägen gedroht, berichtet die "Südwest Presse" in Ulm.
Die Kanister seien in der Nähe der 300 Meter vom Ufer entfernten Entnahmestelle Sipplingen im Bundesland Baden-Württemberg am Überlinger See in 70 Meter Tiefe geborgen worden. Ein Sprecher des baden-württembergischen Umweltministeriums bestätigte am Sonntag den Vorgang.
Proben aus dem Rohwasser sowie dem aufbereiteten Trinkwasser hätten den Nachweis einer Verunreinigung mit dem Pflanzenschutzmittel Atrazin sowie weiteren giftigen Substanzen erbracht. Die Mengen hätten jedoch unterhalb der zulässigen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung gelegen. Es habe zu keiner Zeit eine Gesundheitsgefährdung bestanden.
Die Polizei war nach Angaben der Zeitung mit einem Bekennerbrief informiert worden und will am Montag gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft im Friedrichshafener Landratsamt Einzelheiten mitteilen. Der mutmaßliche Täter habe als bislang einzige Forderung verlangt, dass die Öffentlichkeit informiert wird. Zudem habe er erklärt, jederzeit über weitere Pflanzenschutzmittel "in beliebiger Menge" zu verfügen, berichtet die Zeitung.
Für das Unkrautvernichtungsmittel Atrazin gibt es seit 1991 ein generelles Anwendungs-, aber kein Besitzverbot. Aus dem Bodensee wird Trinkwasser für 3,7 Millionen Menschen in Deutschland und der Schweiz entnommen, wie aus einer Presseinformation der Vorarlberger Landesregierung hervorgeht.(apa/red)
