Aus Angst vor Attentaten: 1.100 Anwälte kündigen Arbeit für Saddam Hussein auf
- Prozess soll wie geplant fortgesetzt werden
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1.100 irakische Anwälte haben sich am Sonntag aus dem Verteidigerteam Saddam Husseins zurückgezogen. Zur Begründung nannte die Gruppe Sicherheitsbedenken und systematische Einschüchterungen. "Weder die Regierung, noch die US-Truppen noch internationale Regierungen haben auf unsere Forderung reagiert, uns und unsere Familien vor Anschlägen oder Attentaten zu schützen", hieß es in einer Erklärung.
Ob unter den 1.100 Anwälten auch der Chefverteidiger des Ex-Präsidenten, Khalil al-Dulaimi, ist, war zunächst unklar. Einige Mitglieder des Verteidigungsteams würden ihre Arbeit fortsetzen, hieß es lediglich. Der Oberste Ermittlungsrichter der zahlreichen Verfahren gegen Saddam Hussein, Raid Juhi, erklärte, der Rückzug der Anwälte werde die Arbeit des Gerichts nicht beeinflussen und der Prozess werde wie geplant fortgesetzt. Für den Fall, das am 28. November keine Verteidiger auftauchten, werde man Pflichtverteidiger ernennen und diesen bei der Einarbeitung zur Seite stehen.
Seit Beginn des Prozesses gegen den gestürzten irakischen Präsidenten und sieben seiner Mitarbeiter wurden schon zwei Anwälte getötet. Ein Sprecher von Ministerpräsident Ibrahim al Dschaafari sagte, die Verteidiger hätten das Angebot, in die Grüne Zone in Bagdad zu ziehen, abgelehnt. Dort hätten sie von den US-Streitkräften besser geschützt werden können.(apa/red)
