Öffi-Benutzer sind gut für die Autofahrer: Ersparen Lenkern 410 Mio. h Fahrzeit / Jahr
- Umgerechnet erspart sich jeder Fahrer 160 Stunden
- 700 Tonnen Feinstaub weniger dank Öffi-Benutzer
·Alpentransit hat sich seit 1994 verdoppelt!
Österreich mit höchster Quote aller Alpenländer
Die Benutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln ersparen Lkw- und Pkw-Lenkern 410 Mio. Stunden Fahrzeit pro Jahr. Umgerechnet auf den einzelnen Fahrer sind das 160 Stunden Ersparnis, rechnete am Freitag der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) vor. Umgerechnet auf 24,9 Mio. Personenkilometer, die jährlich mit Autos gefahren werden, ersparen Öffi-Fahrer der Umwelt 2,6 Mio. Tonnen Kohlendioxid, gut 5.000 Tonnen Stickoxide und mehr als 700 Tonnen Feinstaub. Außerdem würde es in Österreich 150 Verkehrstote weniger geben, wenn das Auto in der Garage bleiben und stattdessen Öffis bestiegen würden.
Täglich nutzen in Österreich 2,5 Mio. Personen die Öffentlichen Verkehrsmittel. Sie legten 2004 damit knapp 25 Mrd. Personenkilometer zurück. Pro Milliarde Personenkilometer verursacht der Öffentliche Verkehr um 63 Mio. Euro weniger Kosten als der Pkw-Verkehr, so der VCÖ. Insgesamt werden in Österreich 24,9 Mrd. Personenkilometer pro Jahr im Öffentlichen Verkehr gefahren, das sind 37 Prozent jener Verkehrsleistung, die von Autos erbracht werden.
"Der Öffentliche Verkehr verursacht trotz der viel diskutierten Zahlungen durch die öffentliche Hand geringere Kosten für die Allgemeinheit als der Pkw-Verkehr. 24,9 Mrd. Personenkilometer mit Öffentlichen Verkehrsmitteln sind um 1,56 Mrd. Euro billiger als 24,9 Mrd. Personenkilometer mit dem Pkw", betonte VCÖ-Experte Wolfgang Rauh. Auch für den Fahrgast sei die Fahrt mit Öffentlichen Verkehrsmitteln deutlich günstiger als die Fahrt mit dem Auto. "Ein Pendler, der mit Öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren kann, erspart sich bei durchschnittlicher Pendeldistanz im Vergleich zum Pendeln mit dem Auto, rund 1.800 Euro im Jahr", rechnete der Verkehrsclub vor.
Arbeiterkammer: Regierung spart am falschen Platz
Statt den öffentlichen Verkehr auszubauen, spare die Regierung seit Jahren Mittel ein, zerschlage die ÖBB und schwäche den Nahverkehr, kritisierte am Freitag die Arbeiterkammer (AK) bei der "Zukunftskonferenz" des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) in Wien. Dass es auch anders gehe, zeige das Beispiel der Schweiz, wo der öffentliche Verkehr hohe gesellschaftliche und politische Wertschätzung genieße. Dies schlage sich auch darin nieder, dass der drittgrößte Budgetposten nach Sozial- und Gesundheitsausgaben für den öffentlichen Verkehr eingesetzt werde.
"In Österreich hat der Straßenverkehr - trotz der damit verbundenen hohen Umwelt- und Gesundheitskosten - immer noch ein besseres Image als der öffentliche Verkehr. Infrastrukturinvestitionen in die Straße haben Vorrang vor dem Ausbau des Schienennetzes. Die Zerschlagung der im internationalen Vergleich sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr gut funktionierenden ÖBB wird öffentlich hingenommen", bedauerte die Kammer.
(apa)
