Mittwoch, 9. November 2005

ÖBB-Fahrplanwechsel: Mobilitätsschub
in der Ostregion als großes Ziel gesetzt

  • Ab 11. 12.: Kürzere Intervalle, neue Schnellbahnen
  • ÖBB plant dafür Tariferhöhung im Osten Österreichs

Für einen Mobilitätsschub in der gesamten Ostregion Österreichs soll der kommende Fahrplanwechsel der ÖBB sorgen. Ab 11. Dezember wird es "Verbesserungen auf fast allen Linien" geben, betonte Wilhelmine Goldmann, Vorstandsdirektorin des ÖBB-Personenverkehrs. Als grenzüberschreitende Neuheit wurde das "Bratislava-Ticket" präsentiert, das die beiden Hauptstädte künftig noch enger zusammenwachsen lassen soll.

Um 14 Euro (mit ÖBB-Vorteils-Card nur 9 Euro) können sich die Passagiere nicht nur die Zugverbindung nach Bratislava aussuchen, sondern dort dann auch den ganzen Tag die innerstädtischen Verkehrsmittel sowie die Verbindung am Flughafen der slowakischen Metropole nützen. Damit soll dem stetig steigenden Personenverkehr zwischen Wien und Bratislava um jährlich etwa 30 Prozent Rechnung getragen werden.

In nur 59 Minuten flitzt ein so genannter "Sprinter" vom Südbahnhof nach Bratislava - und das im Ein-Stunden-Takt. Moderne Waggons und schnellere Loks sollen den Ausflug in die Slowakei noch attraktiver gestalten. Einziger Wermutstropfen: Für die Kernzone 100 in Wien gibt es dieses Angebot für Bahnreisende aus der Gegenrichtung - noch - nicht. Die Verhandlungen mit den Wiener Linien sollen aber bald in Angriff genommen werden, versicherten die Vertreter der ÖBB.

Mit der S8 wird Wien eine neue Schnellbahn bekommen. Sie wird den Südbahnhof via Simmering, Erzherzog-Karl-Straße, Breitenleer Straße, Leopoldau und Siemensstraße mit Floridsdorf verbinden. Dadurch ergibt sich gemeinsam mit der S80 eine Verkürzung des Minutentaktes von 30 auf 15. "Intervallverdichtungen" gibt es künftig auch auf der S1 und der S2.

Zahlreiche Neuerungen gibt es auch im Wiener Umland: So wird am 11. Dezember nicht nur der zweigleisige Ausbau auf der S2 zwischen Gerasdorf und Wolkersdorf eröffnet, auch die Intervalle werden auf 15 Minuten verkürzt. Nächster Schritt auf dieser Verbindung ist die Elektrifizierung der Strecke Mistelbach-Laa a. d. Thaya, weshalb dort von 27. März bis 9. Dezember 2006 ein Schienenersatzverkehr eingerichtet wird.

Verbesserte Anbindungen für die NÖ Bezirkshauptstädte Amstetten, Krems und Gmünd, die Bahnhofseröffnung in Wiener Neustadt am 16. Dezember (Investitionskosten: 55,38 Mio. Euro) sowie die Beschleunigung der Gutensteiner Bahn runden den optimierten ÖBB-Fahrplan der Ostregion ab. Auch für Pendler, Schüler und Nachtschwärmer sollen in Zukunft mehr Züge zur Verfügung stehen.

ÖBB plant Tariferhöhung im Osten Österreichs
Die ÖBB planen eine Tariferhöhung in der Ostregion. Demnach sollen ab 1. Jänner 2006 die Preise um "drei bis fünf Prozent" angehoben werden, wie ÖBB-Sprecherin Gudrun Czapka auf bestätigte. Über die genaue Höhe der neuen Tarife werde derzeit noch verhandelt. In der Kernzone 100 - also in Wien - sollen die Fahrscheine nicht teurer werden. Mehr bezahlen müssten die Bahnkunden in Niederösterreich und dem Burgenland ab Jahreswechsel allerdings nur für Zeitkarten, also Jahres-, Monats- und Wochenkarten, so die Sprecherin.

(apa/red)

9.11.2005 13:10