Dienstag, 8. November 2005

Trauriger Rekord zeichnet sich ab: Heuer
gab es bereits 950 rassistische Übergriffe!

  • Bereits bis November mehr Zwischenfälle als 2004
  • "Rassismus wird immer sichtbarer und unverfrorener"

Trauriger Rekord im Jahr 2005: Laut Medienberichten hat es 2004 noch 907 Meldungen von Rassismus gegeben. Allein mit Stand 8. November wurden nach Angaben des Wiener Antirassismus-Vereins Zara aber bereits 950 Fälle verzeichnet. 2003 waren lediglich 330 Fälle von Diskriminierungen, Beschimpfungen und tätlichen Angriffen bekannt geworden.

"Rassismus wird sichtbarer und unverfrorener", erklärt Hikmet Kayahan, Leiter von Zara. Vor allem in Gemeindebauten werde das Klima rauer. "Nachbarschaftskonflikte nehmen stark zu, gerade in Wiener Gemeindebaten gibt es Dutzende derartiger Fälle", so Kayahan in "Die Presse".

Als Beispiel wird angeführt, dass eine Mutter arabischer Herkunft und österreichischer Staatsbürgerschaft den Kinderwagen zehn Minuten im Gang eines Gemeindebaus stehen lässt, weil sie das Baby trägt und keines der beiden anderen Kinder allein in die Wohnung gehen lassen will. Dann holt sie den Kinderwagen. Diese zehn Minuten seien manchen Nachbarn zu viel. Der Streit eskaliert, es kommt zu rassistischen Beschimpfungen und einmal habe sich Rattengift im Kinderwagen befunden, kritisiert Zara.

Ein Sprecher von Wohnbaustadtrat Werner Faymann erklärt in der "Presse", man sei "froh, dass solche Fälle gemeldet werde". Meist sei es möglich, den Streit durch Mediation zu entschärfen. (apa/red)

8.11.2005 17:56