Bank-Chef plünderte Konten seiner Kunden: Obersteirer soll 950.000 veruntreut haben
- Manipulation wurde erst nach Entlassung entdeckt
- Als Finanzspritze für privaten Kindergarten verwendet
Weil das Finanzierungskonzept für den Kindergarten seiner Frau nicht aufgegangen ist, hat ein obersteirischer Bank-Chef Kundenkonten und Sparbücher geplündert. Jetzt wurde der 38-Jährige wegen des Verdachts der Veruntreuung von rund 950.000 Euro verhaftet.
Laut Staatsanwalt war man Ende September durch einen Artikel der "Kleinen Zeitung" erstmals auf diese "Manipulation" aufmerksam geworden, nachdem der Filialleiter entlassen worden war. Damals sei die Sache vom Aufsichtsrat als Lappalie abgehandelt worden. Die Bank dürfte zu dem Zeitpunkt bereits eine Schadenswiedergutmachung vereinbart haben.
Trotzdem ist die Kriminalpolizei vom Gericht mit Ermittlung betraut worden, und es stellte sich heraus, dass es sich um alles andere als eine Kleinigkeit handelte. "Die Nachforschungen ergaben, dass eine sehr hohe Summe veruntreut worden ist", erklärte Kloibhofer. Nun müsse überprüft werden, wie der 38-Jährige genau vorgegangen ist, da es sich um eine Vielzahl von Aktionen gehandelt habe, so der Staatsanwalt.
Bei einer ersten Einvernahme gab der Obersteirer an, dass sein ursprüngliches Finanzierungskonzept für den privaten Kindergarten, den er gemeinsam mit seiner Frau betrieb, auch Förderungen seitens des Landes und der Gemeinde vorgesehen habe. Doch diese Mittel reichten nicht aus. Um einen Konkurs zu vermeiden, habe er begonnen, Gelder abzuzweigen.
(apa/red)
