Dienstag, 8. November 2005

Milliarden-Paket für Österreichs Unis: Bis 2009 sollen jährlich 175 Mio. Euro fließen

  • Regierung stimmt Forderungen der Rektoren zu
  • Für Opposition wird "gerade ärgste Not gelindert"

Die Regierung hat mit der Österreichischen Rektorenkonferenz ein Milliarden-Paket für die Universitäten ausverhandelt. In den Jahren 2007 bis 2009 erhalten die Unis im Schnitt 175 Mio. Euro pro Jahr mehr - was exakt der Forderung der Rektoren entspricht. Zusätzlich werden in den kommenden fünf Jahren 500 Mio. Euro für die Generalsanierung der Uni-Gebäude zur Verfügung gestellt.

Das gaben Bildungsministerin Gehrer gemeinsam mit Bundeskanzler Schüssel und Vizekanzler Gorbach sowie ÖRK-Chef Badelt bekannt. Das Globalbudget der Unis in Höhe von 1,725 Mrd. Euro im Jahr 2006 steigt 2007 um 150 Mio. Euro, 2008 um 175 Mio. und 2009 um 200 Mio. Euro.

Rechnet man den klinischen Mehraufwand für die Medizin-Unis ein, ergibt das laut Ministerium eine Budgetsteigerung von 2006 auf 2007 um elf Prozent. Wie Badelt betonte, hat die Rektorenkonferenz einstimmig dieser Budgetvereinbarung zugestimmt.

Für Opposition wird "gerade ärgste Not gelindert"
Für die SPÖ hat die Regierung gerade die finanziellen Minimalanforderungen der Universitäten erfüllt. "Ein echter Innovationsschub und ein Schritt in Richtung internationaler Wettbewerbsfähigkeit wird damit nicht gemacht." Die Erhöhung decke nicht einmal die Geldentwertung und die steigenden Studierendenzahl ab, meinte Josef Broukal und kritisiert, dass für 2005 und 2006 keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Die von den Rektoren geforderten je 100 Millionen Euro plus für heuer und nächstes Jahr würden verweigert, es sei auch keine Rede von den geschätzten 300 Millionen Euro, die die Unis in den letzten Jahren zu wenig bekommen hätten.

Für die Grünen ist die Budgeterhöhung "nichts, was über das Notwendige hinaus geht, von der angestrebten Weltklasse ganz zu schweigen. Weil das Geld erst nach den nächsten Wahlen fließen soll, ist das Paket für Grünewald "unter die Kategorie Wahlzuckerl einzuordnen". Der Grüne Mandatar erinnert daran, dass von 2000 bis 2003 das Uni-Budget unter das Niveau des Jahres 1999 gesunken sei. Nach einer Steigerung im Jahr 2004 sei 2005 und 2006 das Budget wieder rückläufig, so Grünewald.

(apa/red)

8.11.2005 10:11