VW-Affäre nimmt kein Ende: Zahl der Verdächtigen bereits auf zehn gestiegen!
- Staatsanwaltschaft weitet die Ermittlungen aus
In der VW-Korruptionsaffäre ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt gegen zehn Verdächtige: Gegen einen ungenannten VW-Mitarbeiter wurden Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, Klaus Ziehe, am Freitag mitteilte. Er soll an einer von VW bezahlten Veranstaltung teilgenommen haben, die möglicherweise keinen dienstlichen Charakter hatte. Es handle sich nicht um ein Vorstandsmitglied und nicht um einen Betriebsrat, sagte Ziehe.
Hintergrund der Untersuchung sind die früheren Spesenregelungen für den VW-Betriebsrat. Jahrelang sollen Belegschaftsvertreter teure Reisen auf Firmenkosten unternommen haben. Außerdem sollen hohe Essensrechnungen und andere Amüsements wie Partys über Spesen zum Schaden von VW abgerechnet worden sein.
Die bisherigen Beschuldigten sind: Der frühere Vize-Betriebsratschef Bernd Sudholt, Audi-Betriebsratschef Xaver Meier, der SPD-Bundestagsabgeordnete und frühere VW-Betriebsrat Hans-Jürgen Uhl, Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert, der niedersächsische SPD-Landtagsabgeordnete und amtierende Betriebsrat bei VW-Nutzfahrzeuge Günter Lenz, Ex-Skoda-Vorstand Helmuth Schuster, Ex-Personalmanager Joachim Gebauer, der in der VW-Personalabteilung für die Spesen des Betriebsrates zuständig war, der zurückgetretene Personalvorstand Peter Hartz und zwei nicht namentlich genannte Verdächtige.
Die Affäre war im Sommer bekannt geworden, nachdem der Konzern sich von Schuster und Gebauer getrennt hatte. Sie sollen zusammen mit Volkert versucht haben, mit einem grenzübergreifenden Firmengeflecht Geld von VW in die eigenen Kassen umzuleiten. Im Laufe der Monate rückte aber der mögliche Missbrauch der Spesenregelungen immer mehr in den Mittelpunkt der Ermittlungen. (apa/red)

