Montag, 24. Oktober 2005

Vogelgrippe-Entwarnung: Toter Schwan
am Neusiedlersee starb an Alterschwäche

  • AGES-Labor in Mödling hat alle Hände voll zu tun
  • PLUS: Alles zum Ausbruch der Vogelgrippe in Europa!
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Nach wie vor gibt es keine Verdachtsfälle auf Vogelgrippe in Österreich: Ein toter Schwan, der im ungarischen Teil des Neusiedler Sees gefunden worden ist, dürfte an Altersschwäche verendet sein, wie am Dienstagnachmittag bekannt wurde. Von offizieller Seite wurde weiterhin beruhigt: Das Bedrohungspotenzial für die Menschen sei "minimal, praktisch nicht vorhanden", sagte Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V).

Am Montagabend war bekannt geworden, dass ein möglicher Verdachtsfall an der österreichischen Grenze entdeckt wurde. Am Dienstag lagen die endgültigen Testergebnisse zwar noch nicht vor, aber neue bekannt gewordene Details legten nahe, dass das Tier nicht an der Seuche gestorben ist: "Es war ein altes Tier", teilte der Leiter der Bundesveterinärverwaltung in Wien, Mag. Ulrich Herzog, der APA mit. Endgültige Klarheit brächten jedoch erst die Tests, die erst in zwei bis drei Tagen abgeschlossen sein dürften.

Unterdessen hatte man auch im Labor der AGES im niederösterreichischen Mödling alle Hände voll zu tun: Durch die Thematisierung der Vogelgrippe und der Verpflichtung, tote Wildvögel zu melden, gehen derzeit täglich 30 bis 40 Tierkadaver ein, die auf die Influenza-Viren untersucht werden müssen, sagte Sprecher Oskar Wawschinek zur APA: "Normalerweise sind es pro Monat etwa 30."

Die Zahl der eingesendeten Proben hat seit etwa einer Woche so rapide zugenommen, meinte der Sprecher. Unter anderem auch drei Schwäne, die aus dem Raum Salzburg, aus dem Raum Tulln und aus dem Raum Wiener Neustadt eingesendet wurden, bestätigte er einen Bericht des ORF-Radios.

Bei allen Fällen handle es sich um Routineuntersuchungen, betonte Wawschinek. "Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass sie nichts haben."

Rauch-Kallat versuchte am Dienstag vor dem Ministerrat ebenfalls zu kalmieren: Die Bedrohung sei nicht größer als vorher. Es gebe derzeit keinen Hinweis, dass die Vogelgrippe bereits in Österreich sei. Der tote Schwan werde jetzt untersucht, erst dann könne man sagen, ob er tatsächlich mit dem Virus infiziert war. Österreich habe jedenfalls bereits zuvor alle "erforderlichen Maßnahmen" eingeleitet, versuchte die Ministerin zu beruhigen.

In Marburg wurde in der Drau ein weiterer toter Schwan nahe des österreichischen Staatsgebietes entdeckt. Auch dieses Tier wurde auf eine Vogelgrippeinfektion untersucht.apa)

24.10.2005 18:28
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