Net-Konzern AOL ist heiß begehrt: Google, Microsoft & Co buhlen um die Warner-Tocher
- Auch Rupert Murdoch soll Interesse gezeigt haben
- Teilverkauf soll Warner hohe Aktienkurse bescheren

·Allianz von MSN und AOL immer konkreter
Kooperation der Internet-Dienste bis Jahresende?
·Microsoft hat es nun auf AOL abgesehen
Entsteht jetzt die größte Internet-Firma der Welt?
·Yahoo und Microsoft gehen Kooperation ein
Unternehmen verbinden ihre Messaging-Dienste
Um die jahrelang verschmähte Internetsparte America Online (AOL), die wie ein Klotz am Bein des weltgrößten Medienkonzerns Time Warner zu hängen schien, ist plötzlich ein harter Wettbewerb entbrannt. Der technologische Fortschritt, dank dem die Verbraucher Filme, Musik, Videos, Spiele oder Nachrichten auf immer mehr Wegen beziehen können, lässt tiefschneidende Veränderungen erwarten. Betroffen sind gleich viele Branchen: Internet, Fernsehen, Medien, Telekommunikation und auch die Unterhaltungsindustrie. Darum geht es beim Freiertanz der Giganten um AOL.
AOL heiß begehrt
Der weltgrößte Internetsuchmaschinen-Betreiber Google wolle gemeinsam mit dem amerikanischen Kabelfernseh-Branchenführer Comcast mit einer Transaktion im Gesamtwert von fünf Milliarden Dollar (4,2 Mrd. Euro) bei AOL mit einer Minderheitsbeteiligung einsteigen, berichtete das "Wall Street Journal". Microsoft hat sich bereits seit Monaten im Alleingang um AOL bemüht, und strebt angeblich ein Joint-Venture an.
Murdoch gibt auf
Der Medienriese News Corp. hatte ebenfalls Interesse an AOL gezeigt, wie die "New York Times" berichtete. Firmenpatriarch Rupert Murdoch habe jedoch aufgegeben, nachdem klar wurde, dass Time Warner keine Kontrollbeteiligung an AOL verkaufen wollte. Die Firmen nahmen dazu keine Stellung. Die größte Internetfirma Yahoo! wäre ebenfalls mit von der Partie, falls der expandierende und in Geld schwimmende Konkurrent Google bei AOL, dem Betreiber des zweitgrößten Internet-Portals, zum Zuge kommen sollte.
Time-Warner-Aktie in Troubles
Die Motive der einzelnen Unternehmen sind unterschiedlich. Time-Warner-Chef Richard Parsons steht unter starkem Druck des Milliardärs und Großaktionärs Carl Icahn. Dieser forderte "mutige" Schritte zur Durchsetzung eines höheren Aktienkurses. Die Time-Warner-Aktien notieren momentan mit 17,49 Dollar gegenüber 19,90 Dollar Mitte Dezember 2004. Ein Teilverkauf der Internet-Sparte und ein anschließender Börsengang einer mit Partnern gestärkten AOL könnte den Time-Warner-Kurs nach Ansicht von Marktkennern nach oben bringen.
Motive für eine Beteiligung
Google will sich durch eine Beteiligung AOL als wichtigen Suchmaschinen-Kunden erhalten. Microsoft würde seinerseits liebend gern AOL dem immer bedrohlicher werdenden Suchmaschinen-Branchenführer Google abnehmen und AOL stattdessen die eigene Suchmaschinen-Technologie anbieten. Microsoft könnte dafür möglicherweise sein Internet-Portal MSN in ein Joint-Venture mit AOL einbringen. Comcast ist die größte US-Kabelfernsehfirma vor Time Warner. Comcast könnte sich durch einen AOL-Einstieg besser gegen die immer aggressiver auftretenden US-Telefongiganten wie Verizon und SBC zur Wehr setzen. (apa/red)
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