Microsoft zahlt 761 Mio. Dollar an Rivalen: Softewareriese einigt sich mit RealNetworks
- Unternehmen kündigen engere Zusammenarbeit an
- EU-Kommission verliert damit letzten Verbündeten

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Der Software-Riese Microsoft hat einen Jahre langen Kartellstreit mit dem Audioprogramm-Hersteller RealNetworks beigelegt und eine engere Zusammenarbeit mit dem einstigen Rivalen angekündigt. Microsoft verpflichtete sich zur Zahlung von 761 Millionen Dollar (633 Mio. Euro) an RealNetworks, wie Microsoft-Chef Bill Gates und RealNetworks-Gründer Rob Glaser mitteilten.Ursprünglich ging es in dem Fall um mehr als eine Milliarde Dollar.
Monopolstellung
RealNetworks hatte Microsoft in einem Kartellverfahren vorgeworfen, mit einer restriktiven Lizenzpolitik seine Fast-Monopolstellung beim Betriebssystem Windows ausgenutzt zu haben, um die Audiosoftware RealPlayer vom Markt zu verdrängen und den Nutzern den hauseigenen Windows Media Player aufzuzwingen.
Windows ohne Media Player
Die EU-Kommission hatte aus demselben Grund im März 2004 ein Rekordbußgeld gegen Microsoft verhängt und dem Konzern auferlegt, eine Windows-Version ohne den Media Player auf den Markt zu bringen. Sie reagierte damit auf Beschwerden unter anderem von RealNetworks. Microsoft ist der Anordnung der Kommission mittlerweile gefolgt, geht aber vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) dagegen vor.
EU-Kommission verliert letzten Verbündeten
Mit RealNetworks verlor die EU-Kommission ihren letzten großen Verbündeten gegen den Software-Riesen, mit vier weiteren Konkurrenten hatte Microsoft bereits Vergleiche geschlossen. Kommissionssprecher Jonathan Todd hatte vor der Bekanntgabe des Vergleichs jedoch erklärt, eine Einigung zwischen den beiden Unternehmen werde die Auseinandersetzung der EU mit Microsoft nicht beeinflussen.
Zusammenarbeit
Gates und Glaser kündigten nach der überraschenden Einigung an, eine Partnerschaft im Bereich der digitalen Musik eingehen zu wollen. Microsoft sagte zu, künftig Teile seiner Produkte für RealNetwork-Software kompatibel zu gestalten. Glaser sprach mit Blick auf die Millionen-Zahlung Microsofts von einem "fairen und angemessenen" Kompromiss, der die Voraussetzung für eine "produktive und gemeinschaftliche Beziehung zwischen beiden Unternehmen" schaffe. Die Einigung sieht auch vor, dass Computerspiele von RealNetworks auch auf der Spielekonsole Xbox 360 und auf dem Internet-Portal MSN einsetzbar sind. (apa/red)
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