Mittwoch, 12. Oktober 2005

‚Alle Asylanten in den Viehwagen‘

Vox Populi: Was sich die Fans von FP-Chef H.C. Strache wieder zu fordern trauen. Und wie er den Wahlkampf mit Anti-Ausländer-Parolen anheizt.

Die Gutmenschen gehen her und sagen: Pfui Teufel, die FPÖ macht wieder einen Anti-Ausländer-Wahlkampf“, brüllt Heinz-Christian Strache mit seiner heiseren Stimme so laut er kann seinen rund 150 Zuhörern am Dienstagabend im Wiener Hotel Hilton zu. „Die Idioten, die Ausländerfreunde“, echauffiert sich eine ältere Frau, die vom „echten Wiener“, wie Strache sich in ganz Wien plakatieren lässt, ganz begeistert ist.

„Aber das stimmt nicht“, setzt der FPÖ-Chef schreiend fort, „wir machen einen Pro-Inländer-Wahlkampf. Wir sind die Einzigen, die noch auf die Österreicher schauen. Die rot-grünen Gutmenschen lieben jede Kultur, nur nicht die eigene. Es gibt Schulklassen, wo es nur mehr ein oder zwei österreichische Kinder gibt“, bedient er augenzwinkernd xenophobe Ressentiments seiner Anhänger. Dass er in seiner eigenen Rede, nur Minuten zuvor, von Schulklassen „mit 50-prozentigem Ausländeranteil“ gesprochen hatte, scheint ihm entfallen zu sein. Egal, 99 Prozent bringen das Blut seiner Anhänger einfach besser zum Kochen. Tatsächlich: tosender Applaus. Wenige Tage vor der Wiener Landtagswahl am 23. Oktober punktet Strache mit genau jener Anti-Ausländer-Polemik, mit der sein ehemaliges Vorbild Jörg Haider einst groß geworden war. Rund drei Millionen Euro gibt der „neue Haider“, wie seine Anhänger ihn feiern, für den Überlebenskampf der FPÖ in Wien aus.

„Die eigene Kultur dodeln die Gutmenschen als Trachtenkultur runter“, ereifert sich der 36-jährige blaue Spitzenkandidat in den US-Designerjeans und dem italienischen Sakko im Luxushotel Hilton. „Ja, bald sitzt der Muezzin im Stephansdom“, brüllt ein 50-jähriger Mann mit hochrotem Kopf in den Saal.

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS

12.10.2005 16:59